«Züri wie neu»-App macht Schule

Die Universität Bern erforscht die Funktion und den Nutzen der App. Sie soll auch in anderen Kantonen eingeführt werden.

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Die Stadt Zürich führte 2010 einen Ideenwettbewerb zur digitalen Zukunft durch – daraus entstand 2013 die App «Züri wie neu». Auf der Onlineplattform können Mängel und Schäden an der städtischen Infrastruktur von Zürich gemeldet werden. Das ursprüngliche Pilotprojekt schafft es nun in die Universität: Die Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit der Universität Bern analysiert die Anwender und deren Zufriedenheit.

Bis zum Juli 2016 gingen über 8500 Meldungen bei der Zürcher Stadtverwaltung ein. Das sind im Durchschnitt rund 7 pro Tag. Ob Graffiti, rumstehende Möbel oder Strassenschäden – alles kann gemeldet werden. «Seit mehreren Tagen steht ein entsorgter Fahrradrahmen (ohne R.-Nr.; bzw. Vign.-Nr.) vor Ort. Vielen Dank» wurde diesen Mai reklamiert. Die Antwort kam prompt: «ERZ Entsorgung + Recycling Zürich leitet Ihr Anliegen an die zuständige Stelle weiter. Die Veloordnung wird Ihr Anliegen prüfen und entsprechend bearbeiten.»

Bald auch «Bern wie neu»?

Die Berner Forschungsstelle hat vor einem Jahr angefangen, die Daten der App auszuwerten, und im Juli dieses Jahres eine allgemeine Umfrage lanciert. Dabei wurden die Teilnehmer zu ihren Erfahrungen und Erwartungen befragt: «Die Antworten, die ich von ‹Züri wie neu› erhalte, gehen auf meine Bedürfnisse ein», «‹Züri wie neu› ermöglicht eine effiziente Kommunikation mit der Stadt Zürich». Und die Teilnehmer mussten bewerten, wie stark diese Aussagen zutreffen.

Bei der Forschungsstelle gingen rund 700 Antworten ein. Die Bögen sind noch nicht ausgewertet. Dennoch kann Matthias Stürmer, Leiter der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit, bereits etwas sagen: Die Antworten fallen überraschend positiv aus. «Es gibt viele Fans, die die App verwenden.» Die wissenschaftliche Auswertung soll noch in diesem Jahr publiziert werden.

Matthias Stürmer und sein Team wollen mit dieser Arbeit analysieren, wie die Verwaltung mit der Bevölkerung kommunizieren soll. Das Ziel sind wissenschaftliche Publikationen zum Thema und das Lernen aus den Erfahrungen mit der Applikation. Ausserdem soll das Projekt auch anderen Städten schmackhaft gemacht werden. So wird Matthias Stürmer, der nicht nur Leiter der Forschungsstelle ist, sondern auch EVP-Stadtrat in Bern, nach den Sommerferien einen Vorstoss in der Bundeshauptstadt platzieren. «Die App ist eine tolle Sache und sollte auch in Bern angewendet werden.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.07.2016, 15:27 Uhr

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