Ein neues Schulhaus alle sechs Monate

21 Schulbauprojekte hat Zürich in den letzten zehn Jahren umgesetzt – sieben davon allein 2009. Selbst der Spardruck bremst die Stadt nicht.


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30'000 Schülerinnen und Schüler sind am 22. August 2016 in der Stadt Zürich ins neue Schuljahr gestartet – das sind 950 Kinder mehr als im Vorjahr. Und die Zahl der Kinder, die künftig eine Regelklasse der Volksschule besuchen werden, wird gemäss Prognosen des Zürcher Schul- und Sportdepartements noch weiter ansteigen. Am stärksten zwischen 2017 und 2021. Allein im Schulkreis Glattal rechnet man mit 1500 zusätzlichen Schulkindern innerhalb der nächsten zehn Jahre.

120 Schulhäuser stehen im laufenden Schuljahr für den Unterricht der Volksschulklassen zur Verfügung – darunter das neue Schulhaus Blumenfeld, in dem 440 Kinder den Schulalltag begonnen haben. Vielerorts muss die Stadt derzeit aber noch vorgefertigte Pavillons als zusätzliche Klassenzimmer einsetzen, sogenannte Modularbauten.

Das soll sich bis 2025 ändern. Weitere fünf Schulhausneubauten sowie sieben Ersatzneubauten, Erweiterungs- und Umbauten will die Stadt bis dahin umsetzen. «Wir gehen von einem Investitionsvolumen von rund einer halben Milliarde Franken aus», sagt Hochbaudepartementssprecher Matthias Wyssmann gegenüber dem TA. Über zwei Projekte werden die Zürcher Stimmberechtigten am 25. September 2016 entscheiden: den 61-Millionen-Kredit für den Neubau eines Schul- und Quartierhauses auf dem Schütze-Areal beim Escher-Wyss-Platz und einen 50-Millionen-Kredit für die Erneuerung der Schulanlage Schauenberg in Affoltern.

Bauboom im Jahr 2009

Auch in den vorangegangenen Jahren hat die Stadt Zürich fleissig in die schulischen Infrastrukturen investiert. Einzig 2013 wurde in den letzten zehn Jahren kein Schulhaus saniert, umgebaut oder neu erstellt. 21 Bauprojekte waren es insgesamt seit 2006 – die Sportanlagen, Kindergärten und Horte nicht mit eingerechnet. Mit den neuen Schulanlagen Blumenfeld, Leutschenbach und Albisriederplatz hat Zürich bereits auf die zunehmenden Schülerzahlen in den boomenden Stadtgebieten reagiert.

Einen regelrechten Schulhausbauboom hat die Stadt 2009 erlebt: Damals nahmen nicht nur zwei Neubauprojekte den Schulbetrieb auf, sondern es wurden auch fünf weitere Schulhäuser rundumerneuert. Die Erstellungskosten für sämtliche Um- und Neubauten beliefen sich auf rund 164 Millionen Franken.

Hochbauvorsteher André Odermatt hat daraufhin 2010 ein umfangreiches Kostensenkungsprojekt im Hochbau lanciert. Das Massnahmenprogramm, das die Schulhauskosten 10 Prozent senken soll, fange an zu greifen, sagt Wyssmann. Unter anderem durch Flächenreduktion wie beim Schulhaus Schauenberg, das um 1000 Quadratmeter Geschossfläche geschrumpft wurde – mit einem Spareffekt von 3,5 Millionen Franken.

Erstellt: 07.09.2016, 13:22 Uhr

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