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«Zürich ist schön, kitschig und staubig»

Kurator Fredi Fischli hat längst nicht nur eine Meinung zu Kunst und seiner Stadt.

Als gut genährt, kitschig und staubig beschreibt er seine Stadt: Kurator Fredi Fischli.
Als gut genährt, kitschig und staubig beschreibt er seine Stadt: Kurator Fredi Fischli.

Jede Woche beantworten Personen, die Zürich prägen, unseren Fragebogen und verraten uns, was die Stadt für sie ausmacht. Heute: Kurator Fredi Fischli.

Wäre Zürich ein Schweizer Kunstwerk, welches wäre es?

«L’ange protecteur» von Niki de Saint Phalle im Zürcher Hauptbahnhof: gut genährt, schön und kitschig. Staubig, aber optimistisch. Und unschweizerisch.

Wie würden Sie die Zürcher Kunstszene in drei Worten beschreiben?

Informiert, international, jung.

Zu welcher Uhrzeit ist Zürich am schönsten?

Um 22 Uhr, weil dann alle gegessen haben und satt und glücklich sind.

Wo treffen Sie Freunde am liebsten?

Im Tram im Winter oder auf dem Velo im Sommer.

Auf welcher Wiese schauen Sie gern in den Himmel?

Auf einer im Irchelpark, der von Landschaftsarchitekt Eduard Neuenschwander geplant wurde.

Welche Ecke Zürichs ist überbewertet?

Der Sektor B im Letzigrund.

Finden Sie den Zürichsee auch doof?

Nein, aber ich finde es sehr zürcherisch, den Zürichsee doof zu finden. Als zwei Zürcher das erste Mal am Meer stehen, sagen sie: «Und wie findsch?» – «Ich has mer grösser vorgstellt.»

Funktioniert Zürich ohne Geld?

Nur während des Studiums.

Welches Hintergrundbild ist auf Ihrem Smartphone zu sehen?

Meine Freundin Charlotte und unser Baby Pablo am Essen.

Wann oder wo können Sie nicht widerstehen, ein Selfie zu machen?

Im Zivilschutz.

Sie können Ihr ganzes Leben nur noch in einer Zürcher Beiz essen – in welche gehen Sie?

In die Bodega Española. Mir gefällt die Tapas-Bar im Parterre so gut.

Auf welchen Luxus wollen Sie nicht verzichten?

Auf das Reisen.

Wer ist die Liebe Ihres Lebens?

Die Personen, die auf meinem Smartphone als Hintergrundbild zu sehen sind.

Welches ist Ihr Züri-Soundtrack?

Die Songs des Rappers EKR.

Wo hatten Sie in Zürich Ihr schönstes Date und mit wem?

In der Brasserie Lipp mit meiner Freundin Charlotte.

Mit welchem Zürcher würden Sie gern eine Nacht verbringen?

Mit dem Rapper EKR. Weil ich seine Musik mag, würde ich ihn gern einmal persönlich kennen lernen.

Welches Buch sollte jede und jeder lesen?

Der «Harvard Guide To Shopping» von Rem Koolhaas, weil wir am gta gerade eine Ausstellung zum Thema Ladensterben machen.

Wo trinken Sie am Wochenende am liebsten einen Kaffee?

Im Schober im Niederdorf.

Welches ist der Geruch Ihrer Kindheit?

Der süss-klebrige von Carambar Caramel.

Wann haben Sie das letzte Mal geweint?

Da mir oft die Tränen kommen, wenn ich lache, weine ich beinahe täglich.

Welche Hoffnung haben Sie aufgegeben?

Eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen.

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Der 33-jährige Fredi Fischli hat an der Universität Zürich Kunstgeschichte studiert. Seit knapp sechs Jahren leitet und kuratiert Fischli gemeinsam mit Niels Olsen die Ausstellungen am Institut für Geschichte und Theorie der ETH (gta). Die jüngste Schau, die am Dienstag eröffnet wird, heisst «Retail Apocalypse». Der Zürcher wohnt schon sein Leben lang in der Stadt, aktuell im Kreis 7.

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