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Zürich liebäugelt mit Fahrverboten für bestimmte Autos

Die Stadt möchte Dreckschleudern verbannen. Noch gibt es Hürden, aber es gehe «vielleicht schneller, als man denkt», sagt ein Spitzenbeamter.

Die Stadt möchte für Autos mit besonders hohem Schadstoffausstoss an gewissen Tagen Fahrverbote. Foto: Keystone
Die Stadt möchte für Autos mit besonders hohem Schadstoffausstoss an gewissen Tagen Fahrverbote. Foto: Keystone

Nachdem die Stadt Genf ihre Innenstadt an besonders belasteten Tagen für Dreckschleudern dichtmacht, zieht auch die Stadt Zürich ähnliche Massnahmen in Betracht. Genf führt per Mitte Januar sogenannte Umweltzonen ein. Fahrzeuge, die einen hohen Schadstoffausstoss ausweisen, dürfen in diesen Perimetern an Tagen mit schlechter Luftqualität nicht fahren.

Grundsätzlich sei die Stadt Zürich sehr daran interessiert, ebenfalls solche Fahrverbote einzuführen, sagte Rainer Zah vom städtischen Umwelt- und Gesundheitsschutz gegenüber dem «Regionaljournal Zürich-Schaffhausen» von Radio SRF von heute Dienstag.

Ein solches Fahrverbot für Dreckschleudern würde gemäss Zah wohl primär die Innenstadt betreffen. Obwohl die Autos tendenziell immer sauberer werden, überschreitet die Luftbelastung an einzelnen Orten die Grenzwerte bis ums Doppelte.

Wie genau eine solche Umweltzone gelegt würde, sei noch nicht geklärt. «Es gibt immer noch offene juristische Fragen.» Momentan gibt es keine rechtliche Grundlage, Fahrverbote für emissionsstarke Autos einzuführen. Diese müsste auf Bundesebene zuerst geschaffen werden. Sollte dies geschehen, würde die Stadt die Lage neu beurteilen. Angesichts der neuen Kräfte im Parlament gehe es nun aber «vielleicht schneller, als man denkt».

Ein Kleber zeigt den Schadstoffausstoss

Schweizer Vorreiter in Sachen Fahrverboten ist die Stadt Genf. Dort gilt an Tagen, an denen die Luft stark verschmutzt ist, ab kommendem Jahr ein Fahrverbot für besonders emissionsstarke Fahrzeuge.

Dazu führt die Stadt – ohne gesetzliche Grundlage – Umweltplaketten mit verschiedenen Farben ein, die Auskunft über den Schadstoffausstoss geben. Je nach Kleberfarbe gilt an belasteten Tagen dann ein Fahrverbot.

Eine solche Aktion eigenmächtig durchzuführen, käme für die Stadt Zürich jedoch nicht infrage. Zuerst müsse die rechtliche Voraussetzung dafür geschaffen werden. Vor zehn Jahren hatte sich die Stadt Zürich beim Bund schon grundsätzlich positiv zu Umweltzonen geäussert. Eine gesetzliche Grundlage kam seither aber nicht zustande. Im Ausland sind Fahrverbote für ältere Autos oder Dieselfahrzeuge bereits weitverbreitet, etwa in Paris, Mailand und London.

(SDA)

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