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Zürich macht Senioren den Hof

Bald sind Trams für Rentnerinnen und Rentner bequemer. Die Stadt Zürich antwortet auf Wünsche, die ältere Menschen am Seniorentelefon geäussert haben.

Für ältere Menschen ist es oft eine Mutprobe, in der Stadt zu Fuss unterwegs zu sein. Foto: Reto Oeschger
Für ältere Menschen ist es oft eine Mutprobe, in der Stadt zu Fuss unterwegs zu sein. Foto: Reto Oeschger

Tagesanzeiger.ch/newsnet wollte vor zwei Wochen wissen, was sich ältere Menschen in Zürich anders wünschen. Nun erklärt die Stadtverwaltung, welche dieser Wünsche sich erfüllen könnten. Und weshalb einige davon unerfüllbar bleiben.

Könnte man nicht in jedem Tram einen Niederflureinsatz montieren?

Dieser Vorschlag wäre aus technischer Sicht durchaus umsetzbar. Es steht uns aber nur eine begrenzte Anzahl sogenannter Sänften zur Verfügung. Ein weiterer Umbau von Fahrzeugen würde sich betriebswirtschaftlich nicht rechtfertigen, da diese Fahrzeuge nicht mehr lange genug in Betrieb sein werden. Mit der Einführung der neuen Tramgeneration wird sich der Niederfluranteil unserer Tramflotte aber noch einmal merklich verbessern.

Könnte der Buschauffeur nicht automatisch an den Haltestellen den Boden senken?

Das Absenken des Busses benötigt eine gewisse Zeit. Würde man dies automatisch an jeder Haltestelle machen, könnte der Fahrplan nicht mehr überall eingehalten werden. Um das sogenannte Kneeling besser zu verstehen: Der Bus-Chauffeur fährt an eine Haltestelle, senkt das Fahrzeug ab, dann erst kann die Türöffnung beginnen mit anschliessendem Aus- und Einstieg für die Fahrgäste. Wir empfehlen Seniorinnen und Senioren, jeweils bei der ersten Tür (bei den weiss markierten Rillplatten) einzusteigen. So sieht die Fahrerin oder der Fahrer den Fahrgast und senkt das Fahrzeug selbstverständlich ab. Ein weiterer Vorteil des Benutzens der vordersten Tür ist, dass der Fahrdienstmitarbeitende mit der Wegfahrt warten kann, bis sich die Seniorin oder der Senior gesetzt hat.

Könnten nicht in sämtlichen Trams ein bis zwei Plätze für Senioren und Behinderte gekennzeichnet werden?

In den Bussen stehen bereits seit einiger Zeit Sitzplätze für mobilitätseingeschränkte Menschen zur Verfügung. Was die Trams betrifft, sind wir gerade an der abschliessenden Bereinigung mit den Behinderten- und Seniorenverbänden. Erste Trams werden voraussichtlich bereits im nächsten Jahr so ausgerüstet, dass im vorderen Teil des Fahrzeugs sechs Plätze nahe der Tür zur Verfügung stehen.

An vielen Haltestellen der VBZ steht neu nur noch ein Billettautomat, weswegen ich oft eine oder mehrere Strassen überqueren muss. Wenigstens abstempeln sollte man in beiden Richtungen können.

Anlässlich der Einführung der neuen Ticketautomaten auf dem gesamten ZVV-Gebiet hat man auch deren Benutzung überprüft. An einigen Haltestellen hat es sich herausgestellt, dass kaum Billette gelöst wurden und somit ein Automat nicht kostendeckend wäre. So sind nur noch an jenen Haltestellen beidseitig Automaten aufgestellt, wo diese sehr häufig gebraucht werden oder wo das Überqueren nicht gefahrlos möglich ist.

Das Grünlicht bei Zebrastreifen ist viel zu kurz, wenn man nicht mehr so schnell zu Fuss ist. Vor allem am Bürkliplatz und am Bellevue.

Die Grünzeiten sind ein viel diskutiertes Thema, da viele verschiedene konkurrenzierende Ansprüche aufeinandertreffen. Zu bedenken ist aber: Läuft eine Person bei Grünbeginn los, dann ist die Dauer der Grünphase so bemessen, dass diese mindestens zwei Drittel der Strasse während der Grünphase überqueren kann. Personen, die etwas langsam unterwegs sind, empfehlen wir, die Fahrbahn stets bei Grünbeginn zu betreten. Schaltet die Ampel, während Sie sich auf dem Fussgängerstreifen befinden, auf Gelb, gehen Sie ruhig weiter. Niemals stehen blieben oder gar umkehren. Es bleibt Ihnen genügend Zeit, um die gegenüberliegende Strassenseite oder die Schutzinsel zu erreichen. Selbst bei Rot fahren die Autos nicht sofort los. Es geht noch einige Sekunden, bevor der Querverkehr Grün erhält.

Für ältere Menschen wird es manchmal zur Mutprobe, in der Stadt zu Fuss unterwegs zu sein – selbst auf dem Trottoir. Dort gehören doch Velos und parkierte Autos nicht hin!

Es gibt neben regelmässigen polizeilichen Kontrollen verschiedene Massnahmen, um zu verhindern, dass es zu Konfliktsituationen zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern kommt. Eine davon ist die Kampagne «Eine Gasse fürs Velo». Damit wollen wir ein sicheres Velofahren auch bei stehenden Autokolonnen ermöglichen und die Velofahrenden daran erinnern, auf der Strasse zu fahren. (. . .) Wichtig ist aber auch, dass sich Fussgängerinnen und Fussgänger, gerade im Winter und bei Dunkelheit, sichtbar kleiden – durch Reflektoren oder helle Kleidung.

Mischverkehr überfordert viele ältere Menschen. So macht auch die geplante Neugestaltung der Albisriederstrasse manchen Angst.

Jede Neugestaltung bedeutet eine Umgewöhnung für alle. Wir verstehen, dass dies Angst machen kann. Die Stadt wird aber für ältere Menschen Schulungen anbieten, um ihnen Sicherheit mit der neuen Situation zu vermitteln. Die neue Albisriederstrasse soll mehr Sicherheit bringen. So gibt es beispielsweise heute keine Mittelinsel. Geplant ist in der Fahrbahnmitte ein leicht erhöhter Streifen, der an mehreren Stellen wie eine Schutz-insel gestaltet ist. So können Sie die Strasse in zwei Etappen überqueren.

Es gibt zu wenig Sitzbänkli. Auch im Zentrum von Albisrieden, wo viele ältere Menschen unterwegs sind.

Im Zentrum von Albisrieden sind zusätzliche Sitzbänke geplant. Aufgrund Ihrer Anregung werden wir die Situation nochmals zusätzlich prüfen.

Mehr Züri-WC!

Die Stadt Zürich betreibt 101 öffentliche WC-Anlagen, die mindestens zweimal täglich gereinigt werden. 72 Anlagen sind rollstuhlgängig, und immer mehr sind nach den Normen der Behindertenkonferenz hindernisfrei. Für 2015 sind drei Neubauten geplant. Um den direktesten Weg zum nächsten Züri-WC zu finden, gibt es den Online-Stadtplan: www.zuerich.ch/zueriplan.

Immer diese Verweise auf Onlinepläne.

Alle, die denken, Onlinepläne seien nichts für alte Menschen, laden wir dazu ein, bei einem unserer Computercorner vorbeizuschauen: www.computercorner.ch. Hier unterstützen Freiwillige Seniorinnen und Senioren bei den ersten Schritten zum «Silver-Surfer».

Fortsetzung zu Fragen und Wünschen, die am Seniorentelefon und in Briefen zur Sprache kamen, folgt demnächst.

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