«Zürich ohne Geld? No way, José!»

Der Musiker Crimer erklärt uns, weshalb flache Wiesen in Zürich überschätzt sind. Und er gesteht, dass ihn etwas ekelt.

Der Wahlzürcher Crimer liebt die 80er-Jahre und das Cordon bleu im Eisenhof.

Der Wahlzürcher Crimer liebt die 80er-Jahre und das Cordon bleu im Eisenhof. Bild: Andrea Zahler

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Jede Woche beantworten Personen, die Zürich prägen, unseren Fragebogen und verraten uns, was die Stadt für sie ausmacht. Heute: Musiker Crimer.

Zu welcher Uhrzeit ist die Stadt Zürich am schönsten?
Um 7.30 Uhr, dann ist noch niemand am Letten.

Wo treffen Sie Freunde am liebsten in Zürich?
Zu Hause auf meinem Sofa.

Wann haben Sie das letzte Mal geweint – und weshalb?
Vor einer Woche in der englischen Stadt Barrow-in-Furness. Dort habe ich mit 17 Jahren einen einjährigen Austausch gemacht, und als ich nun zurück war, hat die Nostalgie mich übermannt.

Welche Hoffnung haben Sie aufgegeben?
Muskeln zu haben.

Finden Sie den Zürichsee auch doof?
Nicht, wenn man mit einem Ruderbötli unterwegs ist.

Welches Hintergrundbild ist auf Ihrem Smartphone zu sehen?
Nick Carter von den Backstreet Boys in seinen jungen Jahren, als er seinen heute legendären Mittelscheitel trug.

Mein perfekter Abend

Apéro
– Trois Dames IPA von der Getränke-Insel im Kreis 6, 6 Franken

Nachtessen
– Samstags die BBQ Cremozza Pizza von Domino’s auf dem Sofa, 25 Franken (plus Wein 15 Franken)
– Oder: Sonntagsmenü im Italia (inkl. Salumi Misto, Salat, meistens was Geschmortes und kleiner Dolce), 25–30 Franken

Drinks
– Kir Royal im Kir Royal an der Langstrasse, ca. 14 Franken
– Danach Vodka Mineral, ca. 17 Franken

Ausgang
– Karaoke 4 You, gratis
– Danach ins Gonzo, gratis, wenn mein Gitarrist auflegt, sonst 15 Franken

Ausgaben total:
ca. 90 Franken

Auf welcher Wiese schauen Sie gerne in den Himmel?
Auf jener des Schindlerguts, weil sie eine der wenigen Wiesen ist, die nicht einfach flach ist, und man sich dadurch nicht so beobachtet fühlt wie auf anderen. Und die Aussicht ist toll!

Vor welcher Kulisse können Sie nicht widerstehen, ein Selfie zu machen?
Vor meinem Badezimmerspiegel mit meinem Duschvorhang im Hintergrund. Darauf strahlt ein riesiger Sonnenuntergang, schön kitschig und trashig. Das gefällt mir richtig gut.

Welche Ecke Zürichs ist überbewertet?
Alles rund um den Hauptbahnhof. Auf beiden Seiten der Gleise entstehen Mikrostädte, die nichts zum Stadtbild beitragen und die bestimmt nicht das sind, was sie sein wollen: coole Hubs, wo sich die Leute gerne aufhalten.

Funktioniert Zürich auch ohne Geld?
No way, José, das geht nicht!

Sie können für den Rest Ihres Lebens nur noch in einer Zürcher Beiz essen: In welche gehen Sie?
Ich bin nicht so oft in Beizen, aber wenn ich eine wählen müsste, dann den Eisenhof an der Gasometerstrasse, der ist schön unprätentiös. Und es gibt tolle Cordon bleus und Gerichte vom heissen Stein – mehr braucht es nicht. Ausser vielleicht noch einen Aperol Spritz, wenn man es etwas schicker haben möchte.

Neue Musik vom Wahlzürcher Crimer: «Bois Cry». Video: Youtube/Crimer

Auf welchen Luxus können oder wollen Sie nicht verzichten?
In meiner Badewanne Nintendo zu zocken.

Was ist die Liebe Ihres Lebens?
La Musica!

Welches ist Ihr Züri-Soundtrack?
«Absence of Time» vom Zürcher Duo Alas The Sun, wegen seiner guten Vibes.

Wo und mit wem hatten Sie in Zürich Ihr schönstes Date?
Bei mir zu Hause auf meinem Sofa mit Rotwein, einer grossen Pizza und meiner Dame.

Mit welchem Zürcher – tot oder lebendig – würden Sie gerne eine Nacht verbringen?
Mit Dieter Meier. Ich würde mit dem Pionier der elektrischen Töne fachsimpeln über die Musik.

Welches Buch sollte jede und jeder lesen?
«Schotts Sammelsurium» von Ben Schott. Es ist wie das Internet, zusammengekürzt zwischen zwei Buchdeckel.

Wo trinken Sie am Wochenende in Zürich am liebsten einen Kaffee?
Im Café des Amis, weil ich da gleich um die Ecke wohne.

Welches ist der Geruch Ihrer Kindheit?
Ein bisschen ein ekliger: getrockneter Speuz.

Wo findet einen in Zürich das Glück?
In und bei Züri West.


Der 29-jährige St. Galler Alexander Frei alias Crimer wohnt seit neun Jahren in Zürich. Der Durchbruch gelang dem Musiker letztes Jahr, als er für seinen Achtziger-Synthie-Pop einen Swiss Music Award gewann und für Michael Steiners Erfolgsfilm «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse» den Titelsong schrieb. Vor wenigen Tagen erschien seine neuste Single «Bois Cry».

Erstellt: 06.10.2019, 18:10 Uhr

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