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Zürichs «Höhenwahn» stösst an

137 Meter hoch sollen die Häuser beim künftigen Hardturm-Stadion werden. Und weitere Himmelsprojekte folgen in Zürich erst noch.

Hochhäuser in diesen Dimensionen ist sich Zürich nicht gewohnt: 137 Meter hoch sollen die zwei Türme werden, die auf dem Areal neben dem künftigen Hardturm-Fussballstadion geplant sind. Obwohl das Projekt vor wenigen Wochen im Detail präsentiert wurde und erst im Frühling nächsten Jahres im Gemeinderat entschieden wird, formiert sich bereits Widerstand. Dabei handelt es sich um eine Anzahl Bewohner, die das Komitee «Gegen den Höhenwahn, aber für das Fussballstadion» gegründet haben.

Prominentes Komiteemitglied ist Marcel Knörr, wie die Zeitung «Zürich West» schreibt. Der Architekt aus Höngg und ehemalige Gemeinderat hat bereits den 118 Meter hohen Swissmill-Turm bekämpft. Obwohl er damals keinen Erfolg hatte, nimmt er nun die geplanten Hardturm-Hochhäuser ins Visier. «137 Meter sind viel zu hoch und werden eine Signalwirkung haben», sagt er gegenüber «20 Minuten».

Knörr befürchtet, dass andere Bauherren mit ihren Gebäuden in Zürich dann auf 140 Meter oder noch höher wollen. Knörr betont, dass er kein Gegner des Fussballstadions sei, aber er empfinde die Hochhäuser als unnötige Machtdemonstration, die das unverwechselbare Stadtbild von Zürich zerstöre. So verliere Zürich seine Identität und werde austauschbar.

In einem nächsten Schritt will das Komitee den Kontakt mit der Bauherrschaft suchen, vielleicht von einer bürgerlichen Partei unterstützt, wie Knörr antönt. Zudem zähle er auf die Höngger, die bekannt seien für ihre Wehrhaftigkeit.

Andererseits zeigt sich, dass die Stadtzürcherinnen und -zürcher sich gut vorstellen können, in einem Hochhaus zu leben – unabhängig von Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildung und Anzahl Kinder. Dies geht aus einer Umfrage zum Thema Verdichtung hervor, die das Zürcher Planungsbüro Zimraum im vergangenen Jahr veröffentlicht hat.

Hoch, höher, am höchsten

Die Sorge, dass einzelne Stadtquartiere schon bald zum Manhattan Zürichs werden, ist übertrieben. Klar ist aber, dass Zürich immer mehr in die Höhe wächst, wie die folgende Übersicht einiger aktueller Grossprojekte zeigt, die vor allem in Altstetten gebaut werden:

Vulcano

Westlink

Letzibach

Labitzke-Areal

Freilager

Mira

Mobimo Tower

Höher als die beiden 80-Meter-Gebäude von Vulcano und Westlink sind in Zürich übrigens die folgenden sechs Gebäude: Prime Tower (126 Meter), zwei der vier Hardau-Häuser (95 und 86 Meter), der Sunrise Tower (88 Meter), das Swissôtel (85 Meter) und der Mobimo Tower (81 Meter).

Bilder: Die höchsten Hochhäuser der Welt

Platz 10: Die Petronas Towers stehen in Kuala Lumpur, Malaysia, messen 452 Meter und wurden bereits 1998 errichtet. Die Türme wurden vom argentinischen Architekten César Antonio Pelli gestaltet.
Platz 10: Die Petronas Towers stehen in Kuala Lumpur, Malaysia, messen 452 Meter und wurden bereits 1998 errichtet. Die Türme wurden vom argentinischen Architekten César Antonio Pelli gestaltet.
AP Photo/Vincent Thian, Keystone
Platz 9: Mit 484 Metern und 108 Stockwerken ist das International Commerce Centre das höchste Gebäude in Hongkong. Die Fassade des Hochhauses wurde vollständig mit bläulich schimmerndem Glas verkleidet.
Platz 9: Mit 484 Metern und 108 Stockwerken ist das International Commerce Centre das höchste Gebäude in Hongkong. Die Fassade des Hochhauses wurde vollständig mit bläulich schimmerndem Glas verkleidet.
AP Photo/Vincent Yu, Keystone
Platz 1: Klarer Sieger ist der Burj Khalifa in Dubai. Das Hochhaus ist mit 828 Metern und 163 Stockwerken seit April 2008 das höchste der Welt.
Platz 1: Klarer Sieger ist der Burj Khalifa in Dubai. Das Hochhaus ist mit 828 Metern und 163 Stockwerken seit April 2008 das höchste der Welt.
Mohammed Salem, Reuters
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