Nach Gewalt-Eskalation: Zürichs neue Polizeichefin ist gefordert

Vermummte FCZ-Fans haben Zürcher Sanitäter und Polizisten angegriffen. Jetzt muss die Politik reagieren.

Noch ist unklar, was der Auslöser der Unruhen war. Video: Tamedia/Mit Leserreporter-Material. (18.8.2018)

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Über zwei Jahre lang haben Experten und Politiker über Gewalt gegen Polizisten diskutiert. Im Februar 2016 hatte der damalige Sicherheitsvorsteher Richard Wolff (AL) eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um des Problems Herr zu werden. Sie trug den Namen Pius, Polizeiarbeit in urbanen Spannungsfeldern.

Der Auslöser war eine Häufung gezielter Angriffe auf die Polizei. Die Massnahmen präsentierte Wolff im vergangenen April: Bodycams für Polizisten, temporäre Videokameras und Dialogteams bei Grossveranstaltungen.

Gebracht hat das bisher wenig, wie es der Vorfall am Samstagabend zeigt. Noch immer üben Fussballfans, Links­extreme oder das Partyvolk massive Gewalt gegen Sicherheitskräfte aus. Sie werfen Flaschen und Steine gegen Einsatzkräfte und nehmen in Kauf, dass sich diese schwer verletzen. Sie schrecken nicht einmal davor zurück, wenn jemand in Lebensgefahr dringend Hilfe braucht.

Die Sanität war am vergangenen Samstag ans Bellevue ge­rufen worden, weil bei einer Aus­einandersetzung ein staatenloser Mann durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt wurde und zwei Kollegen aus Libyen und Syrien leichte Verletzungen erlitten. Das Zusammentreffen von Polizei und mutmasslichen FCZ-Fans war also rein zufällig, und Letztere nutzten die Gelegenheit, die Beamten anzugreifen.

Mit dem Angriff auf Sanitäter, die sich um Verletzte kümmern würden, habe die Gewalteskalation eine neue Stufe erreicht, sagt die Polizei. Nun ist ihre neue Vorsteherin, die grüne Stadträtin Karin Rykart, gefordert. In Bezug auf die Gewalt gegen die Polizei hat sie bisher nichts unternommen – im Gegenteil: Bodycams, eine der mit Pius erarbeiteten Massnahmen, stellte sie jüngst infrage und will sie überprüfen. Dabei täte sie gut daran, nicht wieder jahrelang zu diskutieren. Stattdessen muss sie nun schnellstens Lösungsansätze bringen.

Erstellt: 20.08.2018, 07:56 Uhr

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