Zürichs Schneealarm

Auf mehreren Dächern in der Stadt stehen besondere Geräte, die warnen, wenn der Schnee plötzlich zur Gefahr werden kann.

Da hatten die Schneewaagen letztmals zu tun: Der erste Schnee fiel Mitte Dezember 2018 auf Zürich – im Video ist auch das Dach des Hallenbads City zu sehen, auf dem eine der drei Waagen steht. (Video: Tamedia)

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Er ist wieder da, und er soll bis Freitag bleiben: der Schnee. Doch wenn am Wochenende gemäss Meteorologen wieder der Regen mitmischt, wird aus den leichten Flocken schwerer Matsch. Wie schwer, das messen drei Schneewaagen auf Dächern städtischer Liegenschaften.

Sollte die Last zu schwer werden, schlagen die Geräte Alarm. Das geschieht aus gutem Grund: Zu grosse Schneelasten können statische Probleme an Gebäuden verursachen. Deshalb hat Immobilien Stadt Zürich diese besonderen Alarmanlagen auf den Dächern des Hallenbads City, der Saalsporthalle in der Brunau und der Schulanlage Im Birch in Neu-Oerlikon installiert.

Sicherheitsgerät auf dem Dach des Hallenbads City: Eine der Schneewaagen der Stadt (Bild: PD)

SMS-Alarm an Behörden und Private

Die Standorte seien aufgrund ihrer geografischen Lage gewählt worden und ermöglichen es, die Schneesituation des Stadtgebiets mehrheitlich abzudecken, sagt Silvan von Wartburg, Mediensprecher von Immobilien Stadt Zürich. Dass es nur deren drei sind, habe wirtschaftliche Gründe.

Während der Wintersaison liefern die Waagen mehrmals täglich die aktuellen Schneelasten in Kilogramm pro Quadratmeter. Wird ein bestimmter Wert erreicht, sendet das Steuerungssystem automatisch einen Alarm per SMS an alle, die diesen Dienst abonniert haben – auch an Private. Denn das Angebot richtet sich gemäss von Wartburg sowohl an die Behörden als auch an die Bevölkerung. «Es ist für private Hausdienste und für Hauseigentümer sinnvoll. Interessierte können auf der Website der Stadt Zürich ein Log-in erstellen und den Gratisservice abonnieren.» Wie viele diesen SMS-Dienst derzeit nutzen, kann von Wartburg nicht sagen.

Geht ein Alarm los, werden die für den Ort zuständigen Personen direkt benachrichtigt und können die notwendigen Massnahmen ergreifen. Je nach Schneemenge reicht eine Räumung des Dachs. Ist die Gefahrenlage gross, muss allenfalls auch ein Gebäude gesperrt werden. Seit Inbetriebnahme der Schneewaagen vor gut zehn Jahren sei allerdings erst zweimal Alarm ausgelöst worden, der auch zu einer Intervention geführt habe, sagt von Wartburg.

Schneewaagen bleiben trotz milden Wintern

Die Frage liegt nahe, ob es unter diesen Umständen überhaupt Sinn macht, einen solchen Dienst zu betreiben – zumal Schnee in den vergangenen Jahren in Zürich ein höchst seltener Gast geworden ist. Laut von Wartburg will die Stadt weiterhin an ihrer Sicherheitsmassnahme festhalten: «Auch wenn Schneefall in der Stadt weniger häufig ist, können Wetterextreme zu grossen Schneelasten führen, die eine Gefahr darstellen können. Selbst kleinere Schneemengen können gefährlich werden, wenn sie durch zusätzlichen Regen noch schwerer werden.»

Wird regelmässig geeicht: Die Schneewaage auf dem Dach der Saalsporthalle (Bild: PD)

Betrachtet man die Kosten für den Unterhalt der Schneewaagen, so fallen diese verglichen mit ihrem Nutzen kaum ins Gewicht: Laut von Wartburg seien nur Ausgaben von «einigen hundert Franken» pro Waage nötig, wenn diese geeicht werden müssen. «Das ist alle paar Jahre notwendig.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.01.2019, 10:56 Uhr

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