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Züri-Fäscht stand auf der Kippe

Die Stadt will die Bäume besser schützen – und hätte so beinahe das Züri-Fäscht verhindert.

Gute Stimmung am Züri-Fäscht 2016. Foto: Doris Fanconi
Gute Stimmung am Züri-Fäscht 2016. Foto: Doris Fanconi

Die Fest-Organisatoren hatten zwar mit offizieller Post der Stadt gerechnet, aber nicht mit einem Schocker. Erwartet hatten sie die offizielle Bewilligung fürs dreitägige Volksfest, das Anfang Juli ums Seebecken stattfinden soll. Erhalten hatten sie zusätzliche Auflagen – einige hätten die Planung, die so gut wie abgeschlossen ist, komplett über den Haufen geworfen.

Namentlich ging es um Vorgaben zum verstärkten Schutz der Bäume. Grün Stadt Zürich, eine Abteilung des Departements von Richard Wolff (AL), teilte im Oktober mit, auf dem Sechseläutenplatz seien 15 von 56 Bäumen in derart schlechtem Zustand, dass sie gefällt werden müssten.

Eine von mehreren Ursachen: Während Veranstaltungen werden die Bauminseln als Materialdepot oder Parkplatz benützt, was den Boden verdichtet. Deshalb sollen diese Bereiche künftig «wirksam abgesperrt» werden. Verschärfte Regeln gelten auch für andere Gebiete auf dem Gelände des Züri-Fäscht.

Kompromiss gefunden

«Diese kurzfristige Änderung der Spielregeln hat uns auf dem falschen Fuss erwischt», sagt Roland Stahel, Geschäftsleiter des Fest-OKs. Zumal man Anfang Jahr den Stadtrat ausdrücklich nach seinen Vorgaben gefragt habe – und sich auf dessen Wunsch zum Beispiel bereit erklärte, die Werbung zu reduzieren, um die Besucherzahl zu senken.

Die Zusatzauflagen von Grün Stadt Zürich hätten laut Stahel das Budget um einen sechsstelligen Betrag aus dem Lot gebracht. Zudem hätten diverse Stände und Attraktionen nicht wie geplant aufgestellt werden können – die Vorbereitung eines Jahres samt Vorverträgen wäre Makulatur gewesen.

Dem Vernehmen nach gab es unter den Organisatoren heftige Reaktionen: Manche erwogen, die Auflagen der Stadt zu ignorieren oder zu drohen, das Fest abzublasen. OK-Präsident Albert Leiser verrät nicht, was er zu Stadtpräsidentin Corine Mauch sagte, aber seine Intervention zeigte Wirkung: Am Montag trafen sich beide Seiten zur Krisensitzung bei Stadtrat Wolff. Man kam überein, dass man den ­Bäumen Sorge trage, dass aber fürs Züri-Fäscht punkto Baumschutz nochmals die alten Regeln gelten würden.

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