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Zum Spenden gezwungen

Dass das Fraumünster Eintritt verlangt, ist in Ordnung. Aber wie es dies tut, ist scheinheilig und kontraproduktiv.

Vor den Chagall-Fenstern im Chor des Fraumünsters herrscht Gedränge, es wird Glace geschleckt, und Touristenführer geraten sich fast in die Haare, weil einer den anderen übertönen will. Diesem einer Kirche unwürdigen Rummel wollte die zuständige Kirchgemeinde mit ihrer neuen Besucherlenkung ein Ende setzen. Seit Juni müssen Touristengruppen für den Besuch des Fraumünsters voraus Zeitfenster buchen und dafür bezahlen. Und Einzelpersonen werden am Eingang angesprochen und um eine freiwillige Spende von zwei Franken für eine Infobroschüre gebeten.

Dass Touristen für das Betreten einer Kirche Eintritt bezahlen müssen, ist im Ausland gang und gäbe, in der Schweiz aber immer noch unüblich, und in Zürich beschreitet das Fraumünster damit Neuland. Das Grossmünster wird nachziehen.

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