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Stadtwerk Winterthur beteiligt sich an deutschem Windkraftwerk

4,5 Millionen will Winterthur für Windenergie ausgeben. Produziert wird der Strom in der Nordsee, verkauft wird er in Deutschland.

Winterthur. - Mit einer Beteiligung am geplanten Windpark in Norden Deutschlands will Stadtwerk Winterthur die «Stromversorgung langfristig und klimaschonend sichern», wie die Stadt gestern Montag mitgeteilt hat. Erstellt wird die Anlage von der Firma Bard Engineering, geplant sind 80 Windturbinen mit einer Leistung von 400 Megawatt. Winterthur sichert sich eine Leistung von 2 Megawatt und damit eine jährliche Stromproduktion von rund 8 Gigawattstunden.

Damit könnte rund eineinhalb Prozent des Winterthurer Stromverbrauchs gedeckt werden. Theoretisch. Denn der Strom der Anlage, die 2010 ans deutsche Netz gehen soll, kommt nicht in die Schweiz, sondern muss in Deutschland bleiben. Nur dann profitiert Stadtwerk Winterthur von der deutschen Einspeisevergütung, die den Windstrompreis konkurrenzfähig macht. «So gesehen ist es eine reine Finanzbeteiligung», sagt Stadtwerk-Direktor Christian von Burg. Erst nach Ablauf einer Frist von 16 Jahren kann der Strom frei verkauft werden, also auch nach Winterthur gelangen. Die 4,5 Millionen, die noch vom Stadtparlament genehmigt werden müssen, seien als langfristiges Engagement zu verstehen, erklärt von Burg.

Rahmenkredit von 30 Millionen

Dennoch sei es das Ziel, in Zukunft einen Teil des Stromverbrauchs aus Eigenproduktion zu decken. Heute ist die Kehrichtverbrennungsanlage die einzige eigene Energiequelle. Sie deckt 13 Prozent des Winterthurer Bedarfs. Der Stadtrat bereitet derzeit einen Antrag ans Stadtparlament für einen Rahmenkredit von 30 Millionen Franken vor. Dieser soll es Stadtwerk ermöglichen, künftig schnell auf Beteiligungsmöglichkeiten zu reagieren, ohne jedes Mal das Plazet des Parlaments einholen zu müssen. Auch dieses Geld wird in erster Linie in Windkraftwerke investiert, denkbar wären auch Anteile an Solar- oder Biomassekraftwerken. Laut von Burg müssen die Anlagen grosse Mengen produzieren, gute Preise erzielen und CO2-arm sein. Die Höhe des Rahmenkredits sei noch nicht definitiv, er könne sich auch mehr vorstellen, sagt von Burg.

In der Stadt Zürich haben die Stimmberechtigten im Mai einen Rahmenkredit von 200 Millionen Franken für neue Windenergieanlagen im In- und im Ausland bewilligt. Zürichs Ziel ist es, damit jährlich 100 bis 200 Gigawattstunden Strom zu produzieren, was drei bis sechs Prozent des Zürcher Strombedarfs entspricht. (rd)

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