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Statt Bussen verteilt die Polizei Flugblätter

Fast hätten die Walliseller die Einführung der neuen Parkkarten per 1. September verschlafen. Dafür ist der Aufklärungsbedarf nun umso grösser. Fehlbare werden vorerst nicht bestraft.

Wallisellen. - Seit dem 1. September heisst es für alle Fahrzeuglenker, die auf Walliseller Gemeindegebiet parkieren wollen: Parkkarten kaufen, Parkscheibe bedienen oder gebührenpflichtige Parkplätze benützen. So schreibt es das neue Parkierungskonzept vor, und so steht es auch auf der Website der Gemeinde zu lesen.

Allerdings scheint die Nachricht längst nicht bei allen motorisierten Einwohnern und Auswärtigen angekommen zu sein. Vielen ist auch eine Woche nach Einführung des neuen Parkierungs-Regimes nicht klar, wie sie sich wo zu verhalten haben. Letzte Woche kam es teilweise zu Warteschlangen vor dem Schalter der Gemeindeverwaltung, wo die Parkkarten bezogen werden können. Der Leiter der Sicherheitsabteilung, Rolf Huggenberger, räumt ein, dass es in der Startphase zu «Nebengeräuschen» gekommen ist. Er spricht von einem relativ grossen Beratungsaufwand, den die Gemeindeangestellten am Schalter zu bewältigen hatten. «Seit Anfang August hätte man die neuen Parkkarten kaufen können.» Tatsächlich gekauft wurden die Karten aber erst auf das Startdatum hin. Inzwischen seien 380 Stück verkauft worden - die Karte kostet für in Wallisellen wohnende Personen und heimische Gewerbebetriebe 30 Franken pro Monat, für alle anderen 40 Franken.

Für zusätzliche Verunsicherung hat aus Sicht der Gemeindeverwaltung ein Bericht der örtlichen FDP gesorgt, die mit einem kritischen Schreiben im «Anzeiger von Wallisellen» die neuen Parkkarten ins Visier nahm. Es sei wenig kundenfreundlich, so der freisinnige Vizepräsident Pascal Pfeffer in seinem Artikel, dass der Bezug der Karten nicht - wie etwa in der Stadt Zürich - auch übers Internet möglich sei. Zudem fehle die Möglichkeit, kurzfristig eine Tages-Parkkarte per SMS zu bezahlen, wie man das vom Park-and-Rail her kenne.

Online mit Kreditkarte bezahlen

Der Leiter der Sicherheitsabteilung stellt klar, dass die Parkkarten bereits heute bequem übers Internet bestellt werden können. Abgeholt und bezahlt werden müssen sie am Schalter der Einwohnerkontrolle oder mittels Einzahlungsschein. In Zukunft soll auch das Bezahlen am Online-Schalter ermöglicht werden. Noch bietet die Gemeinde keine Dienstleistungen an, die mit einer Kreditkarte übers Internet bezahlt werden können. Das wird sich voraussichtlich gegen Ende Jahr ändern.

Die technische Lösung, wie sie die Stadt Zürich anbietet, sei für Wallisellen weder von den Kosten noch vom Aufwand her vertretbar. Das heisst, das bequeme Ausdrucken der gewünschten Parkkarte am heimischen Computer bleibt Zukunftsmusik. Das kurzfristige Bezahlen einer Parkkarte per SMS sei nicht praktikabel, weil die erforderlichen Kontrollen der parkierten Fahrzeuge nicht möglich seien.

Angesichts der Kritik und vieler offener Fragen will sich die Walliseller Gemeindeverwaltung in der nächsten Ausgabe des lokalen Mitteilungsblattes erneut an die Bevölkerung wenden und über die Parkierungsmöglichkeiten informieren. Um das neue Konzept durchzusetzen, steht die Polizei im Dauereinsatz. «Es wird fleissig kontrolliert», sagt Rolf Huggenberger. Die Ordnungshüter laufen nicht nur die Blaue Zone im Zentrum ab, sondern kontrollieren auch mehrere Quartierstrassen pro Tag. Die gute Nachricht für Fehlbare: Sie müssen vorläufig nicht mit einer Geldbusse rechnen. Sie finden lediglich ein Flugblatt unter dem Scheibenwischer, das sie auf die obligatorische Parkscheibe oder die Parkkarte hinweist.

An der Säntisstrasse darf mit Parkkarte unbeschränkt parkiert werden.

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