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Statt Straftäter nimmt er sich Kultursünder vor

Mit dem Strafrechtsprofessor Martin Killias bekommt der Zürcher Heimatschutz einen prominenten neuen Präsidenten. Sein Vorgänger ist im Streit gegangen.

Vom Strafrechtsspezialisten zum Lobbyisten für bedrohte Häuser: Martin Killias (hier an einer Medienkonferenz im Jahr 2011).
Vom Strafrechtsspezialisten zum Lobbyisten für bedrohte Häuser: Martin Killias (hier an einer Medienkonferenz im Jahr 2011).
Adrian Moser

Die Öffentlichkeit kennt Martin Killias als Experten fürs Strafrecht. Ob nun Beat Schlatter zusammengeschlagen oder Carlos eingesperrt wurde; Professor Killias lieferte die Einschätzung. Künftig wird sich Killias auch zu einem ganz anderen Thema äussern: alten, vom Abriss bedrohten Häusern.

Die Mitglieder des Zürcher Heimatschutzes haben den 67-Jährigen zum neuen Präsidenten gewählt. Nötig wurde die Wahl, weil sein Vorgänger Thomas M. Müller im November letzten Jahres überraschend zurücktrat. Grund war ein Konflikt im Vorstand. «Mein Rücktritt gäbe Stoff für eine griechische Tragödie her», sagte Müller. Konkreter wurde er nicht. Müller war seit Januar 2012 im Amt. Damals wurde fast der ganze, zerstrittene Vorstand abgewählt.

Immer mehr Rekurse

Killias schreibt in einer Mitteilung, er setze sich seit langem für Heimatschutzanliegen ein. Als «Nichtarchitekt ohne nähere Kenntnisse im Bauwesen» gehöre er keiner Fraktion innerhalb des Heimatschutzes an. Er sehe diesen als «Lobby der alten Steine». Wie wichtig diese seien, habe er in China erlebt. Dort werde so viel abgerissen, dass die Menschen «geradezu süchtig» seien auf alles, was an eine andere Zeit erinnere. Mit seiner Rechtserfahrung könne er den Heimatschutz aber bei seinen Einsprachen unterstützen.

Die Anzahl Rekurse, die der Heimatschutz anstösst, ist in den letzten Jahren gestiegen. Dies sei vor allem eine Folge der «intensiven Bautätigkeit und der zunehmenden Verdichtung, die viele überkommene Baustrukturen bedroht». Killias will das Gespräch mit den betroffenen Grundeigentümern suchen und sich bei den Rekursen auf das Wesentliche konzentrieren.

Erfahrung mit Baurecht

Martin Killias ist in Zürich aufgewachsen. Nach seinem Jus-Studium widmete er sich dem Baurecht, später wechselte er ins Strafrecht. Killias wohnt seit längerem im aargauischen Lenzburg. Seit seiner Pensionierung als Strafrechtsprofessor an der Universität Zürich vor zwei Jahren hat er eine Gastdozentur an der Universität St. Gallen. Killias ist SP-Mitglied und kandidierte 2011 erfolglos für den Nationalrat.

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