Zum Hauptinhalt springen

Steinlin akzeptiert Mörgeli-Urteil

Der ehemalige Gemeinderat Laurenz Steinlin ruft die Oberrichter nicht an. Er akzeptiert die bedingte Geldstrafe, die ihm das Bezirksgericht Uster auferlegt.

Uster. - Der ehemalige Ustermer Gemeinderat Laurenz Steinlin (SP) geht nicht vors Obergericht. Er akzeptiert das Urteil, welches das Bezirksgericht Uster gegen ihn aussprach. «Das Urteil kann vor Obergericht gleich ausfallen, weil ein‹Durchschnittsleser› beim Straftatbestand entscheidend ist und weder die Absicht des Leserbriefschreibers noch die Empfindlichkeit des Klägers.» Zudem könnten die Gerichtskosten, die Steinlin auferlegt wurden, auf das Doppelte ansteigen. «Und so viel ist mir der Politiker Christoph Mörgeli denn doch nicht wert.»

Nationalrat Christoph Mörgeli (SVP) hatte den Ustermer wegen übler Nachrede verklagt. Stein des Anstosses war ein Leserbrief in der «Ustermer Rundschau», der den Titel «Mörgeli: Ein Goebbels in Taschenformat» trug. Der Einzelrichter befand den Vergleich von Mörgeli mit Goebbels als «zweifellos auf schwere Weise ehrverletzend». Er habe Mörgeli «in unhaltbarer Weise in die Nähe eines Kriegsverbrechers» gerückt. Es sei zudem «zynisch und verächtlich gegenüber dem Ankläger», dass der ehemalige Gemeinderat in seinem Leserbrief einen Unterschied zwischen dem Menschen und dem Politiker Mörgeli gemacht habe. Denn dieser «versuchsweisen Differenzierung» hätten Durchschnittsleser nicht folgen können, lautete das Verdikt. Der Einzelrichter auferlegte Steinlin eine bedingte Geldstrafe von 6000 Franken. Finanziell ungeschoren kommt der Angeklagte trotzdem nicht davon. Er muss seinem Kontrahenten eine Prozessentschädigung von 6000 Franken sowie die Gerichtskosten in der Höhe von 7000 Franken bezahlen. (pia)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch