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Sünikon: Ein Dorf bemalt sein Karussell

An der Süniker Dorfchilbi dreht sich dieses Wochenende das neu bemalte Karussell zum ersten Mal. Das halbe Dorf hat mitgearbeitet - auch die Frau des Gemeindepräsidenten.

Steinmaur. - An den warmen Spätsommerabenden der vergangenen Tage traf man sich in Sünikon meist vor dem Haus des pensionierten Gemeindeförsters Fritz Müller. Dort lagen Farben und Pinsel bereit sowie verschiedene Holzteile des alten Karussells, das noch seinen letzten Schliff für die traditionelle Dorfchilbi bekommen sollte. Alljährlich findet am zweiten Wochenende im September im Steinmaurer Dorfteil Sünikon eine Chilbi statt. Sie hat sich vor allem unter den Musikliebhabern von Country- und Bluesmusik einen Namen gemacht.

Dieses Jahr steht neben der Musik auch eben jenes alte Karussell im Mittelpunkt des Fests. Der lokale Schiessverein soll es einst in der Zeitschrift «Tierwelt» gesichtet und 1984 in schlechtem Zustand übernommen haben. Nach dessen Restauration wurde es zu einem Teil der traditionellen Chilbi und stand dort für die Kinder auf der Spielstrasse bereit, neben andern Attraktionen wie Eselreiten oder Päcklifischen. Als der Schiessverein sich mangels Mitgliedern auflöste, übernahm der neu ins Leben gerufene Süniker Chilbi-Verein das Fest - und das Karussell.

Neue Märchenfiguren auf Holz

Das Projekt der neuen Bemalung begann bereits letztes Jahr mit Elisabeth Kunz, der Frau des Gemeindepräsidenten. Sie wurde vom Verein angefragt, weil sie sich einen Namen gemacht hatte mit dem Kinderbuch «Die Echse Flora», das sie vor neun Jahren illustriert hatte. Es hat sich über 2000 Mal verkauft. «Ich male sonst aber mehr für mich», fügt die 65-Jährige bescheiden an. Auf Holz habe sie überhaupt noch nie gemalt. Die Schwierigkeit sei gewesen, dass jenes erst nach mehrmaligem Streichen die Farbe annahm. Kunz’ Sujets, «Der gestiefelte Kater» und «Schneewittchen», ersetzen nun die alten Bilder des «Joggeli söll ga Birli schüttle» und Landschaftsbilder der Region. Aber noch nicht genug: Auch die Enkelin von Fritz Müller, bei dem das abendliche Malen über die schönen Tage stattfand, malte mit. Angela Schütz, mit ihren 21 Jahren kurz vor Beginn eines Architekturstudiums, «malt einfach wahnsinnig gerne». So zeichnete sie unter anderem die Walt-Disney-Bilder vom «Dschungelbuch» und vom «König der Löwen». «Bei meinen Bildern halfen alle ein bisschen mit», sagt sie. Besonders ihre Jugendfreundin Carmen Schlatter, aber auch die Tante, der Onkel Pius Schmid - Präsident des Chilbi-Vereins - und die andern Dorfbewohner. «Die Garage von meinem Grossvater wurde zu einem richtigen Treffpunkt für das Dorf», so Schütz. Kunz findet das gut, fragt sich aber auch kritisch: «Sind meine Bilder nicht zu blass?» Sie verwendete nämlich ausschliesslich Aquarellfarben, während die andern Bilder in kräftigeren Farben daherkommen. «Das ist halt Walt Disney», lacht Schütz - und nimmt den Pinsel wieder in die Hand. Noch braucht es ein paar Pinselstriche - und von der Farbe Weiss einen weiteren Topf. Süniker Chilbi: Samstag ab 18 Uhr. Sonntag ab 11 Uhr. Infos: www.sueniker-chilbi.ch

Angela Schütz (l.) und Elisabeth Kunz vor dem hölzernen Karussell.

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