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Thalwil hält auch ohne ZVV am Bus 156 fest

Im Juni entscheiden die Thalwiler über zwei gewichtige Kredite. Die Fortführung der Buslinie 156 zwischen Adliswil und Thalwil steht auf dem Spiel.

Thalwil - Die Geschichte wiederholt sich. Als vor einigen Jahren die Idee einer Buslinie zwischen Adliswil und Thalwil aufkam, gab der ZVV bekannt, er sei aufgrund schlechter konjunktureller Aussichten nicht in der Lage, die Buslinie mit der Nummer 156 finanziell zu unterstützen. Die drei Gemeinden Thalwil, Adliswil und Rüschlikon bezahlten den Betrieb, der Ende 2006 aufgenommen wurde, daraufhin aus der eigenen Tasche - in der festen Überzeugung, dass der ZVV den Bus auf den nächsten grossen Fahrplanwechsel, 2010/2011, ins Verbundangebot aufnehmen würde. Die Vorgaben des Verkehrsverbundes erfüllte die Buslinie nach kurzer Zeit: Der Kostendeckungsgrad liegt deutlich über den geforderten 30 Prozent. Die durchschnittliche Anzahl Fahrgäste pro Fahrt überschreitet mit 16 Personen die Minimalvorgabe von 10 um 60 Prozent. Und mit 114 000 Passagieren pro Jahr ist das errechnete Potenzial von 130 000 Fahrgästen zu 88 Prozent erreicht - eine überdurchschnittliche Auslastung im Vergleich zu anderen Buslinien.

Enttäuscht vom ZVV

Umso grösser sei die Enttäuschung gewesen, als der ZVV bekannt gab, dass er den Bus 156 trotz erfüllten Vorgaben nicht ins Verbundangebot aufnehmen könne, sagte der Thalwiler Gemeinderat Richard Gautschi (parteilos) am Montag an einer Informationsveranstaltung im Gemeindehaus. Grund sind wiederum die schlechten finanziellen Rahmenbedingungen. Sieben Millionen Franken muss der ZVV einsparen. Die drei betroffenen Gemeinden wollen an der erfolgreichen Buslinie festhalten.

Für Thalwil bedeutet dies Kosten von 85 000 Franken jährlich, befristet bis 2014. Dieser Betrag entspricht 45 Prozent der Gesamtkosten, was exakt den Thalwiler Passagieranteil widerspiegelt. Damit entkräftete Gautschi eine Kritik der Rechnungsprüfungskommission (RPK), wonach vor allem Adliswil von der Buslinie profitiere. Als ebenfalls falsch erwies sich die Aussage der RPK im Weisungsheft, wonach Adliswil und Rüschlikon einen Kreditantrag für nur zwei Jahre stellten, während Thalwil gleich für vier Jahre plane. Alle drei Gemeinden hätten einen Kredit für vier Jahre beantragt, stellte Gautschi richtig. Ob der ZVV den Betrieb des Busses 156 einst übernehmen wird, steht in den Sternen. Gautschi appellierte an die spärlich erschienenen Zuhörer, die Buslinie nicht bachab zu schicken. Dafür sei sie viel zu erfolgreich. Das letzte Wort hat der Souverän an der Gemeindeversammlung vom 16. Juni.

Zentrum für die MTO

An der Urnenabstimmung vom 13. Juni können die Thalwiler über einen weiteren Kredit abstimmen. 2,2 Millionen Franken kostet die Sanierung des Musikschulhauses an der Feldstrasse 5. Rund 260 000 Franken davon werden für einen Umbau nach Minergie-Standard verwendet. Energieverbrauch und CO2-Emissionen können so um 93 Prozent reduziert werden, wie Gemeinderat Andreas Federer (CVP) ausführte.

Die Lage sei schwierig für die Musikschule Thalwil-Oberrieden (MTO), sagte deren Leiter Patrik Zäh. Die MTO hat kein Zentrum und ist auf mehrere Schulhäuser aufgeteilt. Dort habe sie Zugang zu Zimmern, aber nur in den Randstunden. Nach der Sanierung stünden 13 Musikzimmer, ein Mittagstisch, ein Konzertsaal und Vorbereitungsräume für die Lehrer zur Verfügung.

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