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Thalwiler FDP greift SP an

Führungsschwäche und mangelnde Erfahrung werfen die Freisinnigen der Thalwiler Schulpräsidentin aus der SP vor. Und stellen einen Gegenkandidaten auf.

Thalwil - Genauso brisant wie interessant ist die Ausgangslage bei den Gemeindewahlen vom 7. März: Die Freisinnigen wollen das Schulpräsidium von der SP zurückerobern und damit einen vierten Gemeinderatssitz ergattern.

Das Interessante: Die FDP tritt mit Daniel Tewlin an. Gewinnt Tewlin die Wahl gegen Beatrice Meier, würde er Nachfolger seiner eigenen Nachfolgerin. Denn: Tewlin war vor Meier von 1998 bis 2006 Schulpräsident. Grund für den Rücktritt damals sei der Arbeitgeber gewesen, sagt FDP-Präsident Christian Josi. Dieser wollte Tewlins Pensum nicht reduzieren. Dieses Problem sei heute gelöst, sagt Josi.

Das Brisante: Würde die FDP das Schulpräsidium gewinnen, käme die Partei auf vier Sitze im Thalwiler Gemeinderat. Damit kämen die Freisinnigen auf fast die Hälfte der neun Sitze. Zum Vergleich: Die SVP hat heute in der Gemeindeexekutive nur einen Sitz, die CVP hat deren zwei. Die SP kommt mit dem Schulpräsidium auch auf zwei Gemeinderatssitze.

Die FDP würde nicht etwa einen Sitz zurückgewinnen, den sie vor vier Jahren verloren hat. Meier verdrängte damals den SVP-Gemeinderat Hans Möhr aus dem Gremium. Meiers Gegenkandidat, Märk Fankhauser, wurde zwar nicht Schulpräsident. In den Gemeinderat wurde er aber gewählt.

Wenig konkrete Vorwürfe

Brisant ist aber auch, was die FDP der heutigen Schulpräsidentin vorwirft: «Beatrice Meier ist führungsschwach. Und ihre Erfahrung ist mangelhaft», sagt Christian Josi. «Das sieht man an der Art und Weise, wie sie Sitzungen führt. Sie hat auch wenig Akzeptanz an der Basis.» Erfahrung dazugewonnen habe sie in den letzten vier Jahren als Schulpräsidentin nicht.

Meier war übrigens vorher bereits acht Jahre lang Mitglied der Schulpflege - in der Zeit also, in der Tewlin Präsident war. Wirklich konkret werden will der FDP-Präsident mit seinen Vorwürfen nicht.

SP-Präsident Roland Meier kontert Josis Aussagen gelassen. Er sei nicht allzu überrascht von einer FDP-Kandidatur. Dass die Freisinnigen ausgerechnet Tewlin aufstellen würde, damit hat er nicht gerechnet. «Beatrice Meier hat einen klar anderen Führungsstil als Daniel Tewlin», sagt er. «Meier führt teamorientiert und lässt auch andere Ideen zu. Tewlin führte diktatorisch.» Meier ist überzeugt, dass die Wähler vor vier Jahren deshalb der SP-Kandidatin und nicht dem FDP-Kandidaten den Vorzug gegeben haben. «Der Ruf von Tewlin war schlecht», sagt er.

In den letzten vier Jahren habe sich einiges geändert, sagt Roland Meier. «Die Stimmung an der Schule in Thalwil hat sich stark verbessert. Die Schule kann sich heute zeigen lassen.» Meiers Leistungsausweis sei gut. Und sie habe «keine Leichen» im Keller - anders als Tewlin, als er das Schulpräsidium vor vier Jahren abgegeben habe. Zu seiner Zeit war noch ein Rektor eingesetzt worden, obwohl das neue Volksschulgesetz dieses Amt gar nicht mehr vorsah.

FDP strebt Wahlpäckli an

Der SP-Präsident ist optimistisch, dass Beatrice Meier als Schulpräsidentin wiedergewählt wird. Er zweifelt daran, dass die Thalwiler der FDP vier Sitze zugestehen werden. Laut FDP-Präsident Josi ist Tewlins Kandidatur durchaus mit einem Risiko verbunden. Josi will aber mit der SVP und der CVP ein Wahlpäckli schnüren. Erste Gespräche hätten stattgefunden. Thomas Zemp

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