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Tierschutzanwalt «Gegen Tierquälerei und für besseren Rechtsschutz der Tiere», Abstimmung vom 7. 3.

Zum besseren Vollzug des Gesetzes.

Mit vielen anderen musste ich erkennen, dass im Falle einer Anzeige wegen Tierquälerei (zum Beispiel im Kanton Tessin) niemand zuständig ist. Die Tierschutzorganisation war nicht befugt einzugreifen, und sowohl die Polizei wie auch der Kantonstierarzt winkten ab und zeigten keinerlei Interesse, zu handeln. Jeder verschanzte sich hinter anderen Aufgaben und erst mit einem Filmemacher gelang es mir, Druck aufzusetzen und einen massiv gequälten Hund zu befreien. Es ist unhaltbar, dass im Vorfeld der Abstimmung Unwahrheiten in den Medien verbreitet werden, die die Aufgaben des Tierschutzanwalts ins Lächerliche ziehen. Es geht nicht um Vermenschlichung der Tiere, es geht um Achtung, Respekt und Mitgefühl den Tieren gegenüber, denen wir unendlich viel zu verdanken haben - sowohl im Nutztierbereich, wie auch im Tierversuch. Unser Tierschutzgesetz ist gut, im Vollzug liegt das Problem. Ein Tierschutzanwalt gewährt einen deutlich besseren Vollzug der Tierschutzgesetzgebung.

Astrid Cattani-Schoch, Gattikon

Im Kanton Zürich bewährt.

Der Tierschutzanwalt leistet im Kanton Zürich seit 1992 gute Dienste. Die Strafuntersuchungsbehörden sowie das kantonale Veterinäramt schätzen die Sachkompetenz des Tierschutzanwaltes. Im Kanton Zürich werden im Vergleich zu den anderen Kantonen deutlich mehr Tierschutzverfahren durchgeführt, und die Strafen fallen um einiges höher aus als anderswo. Das ist ein untrügerisches Indiz dafür, dass das Amt dringend notwendig ist und zwar gesamtschweizerisch. Laut Bundespräsidentin Doris Leuthard ist das bestehende Tierschutzgesetz offenbar «völlig ausreichend», die Praxis zeigt jedoch das Gegenteil. Durch ein Nein zur Initiative ist das Amt des Tieranwalts im Kanton Zürich gefährdet. Soll wieder ein Schritt zurück gemacht werden und Tierquälerei wie in den anderen Kantonen nur milde bestraft werden?

Werner Gantner, Bülach

Strafen sind human.

Beschämenderweise findet es Bundesrätin Doris Leuthard nicht notwendig, dass alle Tiere das Recht auf ein gewaltfreies Leben haben. Egal, ob sie in freier Wildbahn, mit den Menschen zusammen, oder «nur» als sogenannte «Nutz- und Zuchttiere» «gehalten» werden. Jedes Tier verdient Respekt, Wertschätzung, entsprechend Frei- und Bewegungsraum. Traurigerweise gibt es immer noch gewissenlose Menschen, welche sich nicht darum kümmern. Die Strafen für Tiermissbrauch und quälerisches Halten von Tieren - falls es überhaupt zu Anklage und Verurteilung kommt - sind so human, dass dringend echter Handlungsbedarf notwendig ist.

Denise Casagrande, Oberwangen

Präventive Wirkung.

Wer Tiere quält, gehört hierfür bestraft, auch wenn begangene Tierquälereien damit nicht mehr ungeschehen gemacht werden können. Um die Täter zur Verantwortung zu ziehen, sind Tieranwälte enorm wichtig. Zudem hat ihre Tätigkeit eine starke präventive Wirkung, weil Tierquäler von weiteren Taten abgehalten werden. Entgegen der Auffassung des Luzerner Kantonstierarztes Josef Stirnimann (TA-Leserbrief vom 20. 1.) kommt die Arbeit des Tieranwalts den Tieren also sehr wohl zugute; Verwaltungsmassnahmen allein sind für die Durchsetzung des Tierschutzrechts nicht ausreichend. Es kann nicht angehen, dass Tierquälereien nicht verfolgt und statt der Tiere die Tierquäler geschützt werden. Alle Verstösse gegen das Tierschutzrecht sind Offizialdelikte, die von Amtes wegen zu verfolgen sind. Es ist bedauerlich, dass ein Kantonstierarzt einen Tieranwalt offenbar als Konkurrenz betrachtet, statt die Chance zu erkennen, dass dieser den Veterinärbehörden Unterstützung und Entlastung bringt.

Gieri Bolliger, Zürich Stiftung für das Tier im Recht (TIR)

Gebundene Hände, offene Augen.

Befürworter und Gegner steigen in den Ring in Sachen Tierschutzanwalt-Initiative. Die Dafür-Gründe sind klar für alle, die mit offenen Augen und Ohren durch ihr Leben ziehen. Veterinärämtern und Tierschutzstellen sind die Hände zum Handeln oft durch Gesetze und Paragrafen gebunden. Nur einem Kenner der Tiere und des Tierschutzes ist es möglich, verschlungene Fesseln zu entwirren, sich für Recht und allgemeines Tierwohl einzusetzen und damit auch präventiv gegen Quälereien zu wirken.

Theres Kunz, Frauenfeld

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