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Tres Kilos, Adios

Es war das erste Eventlokal im Zürich der Achtzigerjahre. Nun hat der älteste Mexikaner der Schweiz sein Inventar verscherbelt. Wir weinen jedem Gramm «Tres Kilos» nach.

Stück für Stück ging am Wochenende das Inventar des ältesten Mexikaners der Schweiz über die Theke. Foto: Raisa Durandi
Stück für Stück ging am Wochenende das Inventar des ältesten Mexikaners der Schweiz über die Theke. Foto: Raisa Durandi

Es war das erste Eventlokal im zwinglianischen Zürich der Achtzigerjahre. Nun hat der älteste Mexikaner der Schweiz sein Inventar verscherbelt. Wir weinen jedem Gramm «Tres Kilos» nach.

Gleich nach der Eröffnung war klar: Ins Tres Kilos an der Dufourstrasse geht man nicht wegen des Essens, sondern wegen der Erdbeer-Margarita, der Musik, der schönen Menschen, kurz: um zu feiern. Das war etwas ganz Neues im Züri der Achtzigerjahre. Man ass damals in der Kronenhalle oder, wenns exotisch sein sollte, beim Italiener. Es gab Tanzverbote und einen verrückten Gastrounternehmer namens Fredi Müller, der sich dranmachte, all das zu ändern. Und so war sein Tres Kilos bald bekannt als der Ort in Zürich, wo Models auf Tischen tanzten und Banker ihre Boni verpulverten. Als die Party an den Börsen zu Ende ging und die Boni der Banker schwanden, verkaufte Müller an Ronny Huber, der das Restaurant als soliden Mexikaner mit mittlerweile auch gutem Essen erfolgreich weiterführte. Doch seit Anfang Monat ist die Party aus, am vergangenen Wochenende war zum letzten Mal etwas los im Lokal: Ausverkauf des Inventars. Das Haus wird renoviert, ein Restaurant ist nicht mehr vorgesehen. Wir weinen dem ersten Mexikaner der Schweiz nach. Stück für Stück, so wie sie das Lokal verliessen.

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