Vertrauensfrage entscheidet wohl über Mario Fehrs Zukunft

Showdown in der Zürcher SP: Mario Fehr kandidiert gemäss Parteispitze bei den Regierungsratswahlen 2019 nur, wenn sich seine Partei hinter ihn stellt.

Soll er wieder als Regierungsrat kandidieren? Diese Frage soll nächste Woche beantwortet werden. Foto: Keystone

Soll er wieder als Regierungsrat kandidieren? Diese Frage soll nächste Woche beantwortet werden. Foto: Keystone

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Am kommenden Dienstag steht in der kantonalen Zürcher SP ein ungewöhnlicher Showdown an: Die Delegierten der Partei müssen entscheiden, ob sie hinter ihrem Regierungsrat Mario Fehr stehen und ihn für die Wahlen vom nächsten Frühling wieder aufstellen. Die Parteileitung will der Basis die Vertrauensfrage stellen. Das sagen Priska Seiler und Andreas Daurù, die beiden Co-Präsidenten der Partei, im Gespräch mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Eine Empfehlung wollen Daurù und Seiler nicht abgeben: «Die Delegierten sollen entscheiden.»

Für die Partei steht einiges auf dem Spiel. Stellt sie Fehr nicht mehr auf, verliert sie möglicherweise einen Sitz in der Kantonsregierung. Diese Gefahr wäre umso grösser, würde Fehr bei einem Nein dennoch antreten – als Unabhängiger oder für eine andere Partei. Doch das ist für den Sicherheitsdirektor offenbar keine Option, obwohl er, der in Umfragen regelmässig Spitzenwerte erzielt, auch im Alleingang Chancen hätte. Er will laut der Parteileitung aber nur antreten, wenn er die Unterstützung seiner Partei hat. «Das hat er versprochen», sagt Andreas Daurù. Fehr wollte sich im Vorfeld der Versammlung nicht zu einer möglichen Kandidatur ohne SP äussern.


Interview: «Es gab Reibereien und Konflikte» Wie weiter mit Mario Fehr? SP-Co-Präsidenten Priska Seiler und Andreas Daurù lassen die Partei am Dienstag über die Zukunft des Regierungsrats entscheiden. (Abo+)


Sicher ist: Hinter den Kulissen laufen die Drähte heiss. Sowohl Fehrs Gegner, vor allem aus der Juso, als auch seine Fans schmieden Allianzen.

Einen Schlussstrich ziehen

Mario Fehr ist seit den erfolgreichen Wahlen im Jahr 2015 umstritten. Kurz darauf reichten die Juso gegen Fehr Strafklage ein, weil dieser als Sicherheitsdirektor eine schlecht abgesicherte Spionagesoftware gekauft hatte. Erfolg hatten die Juso nicht, der Kantonsrat hob Fehrs Immunität nicht auf.

Aber er hatte ab da einen schweren Stand in der Partei. Vor allem der linke Flügel kreidet ihm eine Asylpolitik an, die zu hart sei für einen Sozialdemo­kraten. Der Streit eskalierte im Februar 2017, als der damalige Parteipräsident Daniel Frei zermürbt zurücktrat.

Priska Seiler und Andreas Daurù, seine Nachfolger, wollen den Konflikt am kommenden Dienstag ein für alle Mal ausdiskutieren. Angst vor einer Schlammschlacht haben sie nicht – aber sehr wohl Respekt vor dem Entscheid der Delegierten. «Das Ergebnis ist offen», sagt Seiler. Aber es sei Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen.

Erstellt: 22.05.2018, 22:18 Uhr

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