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Uetiker Sek gewinnt Vertrauen zurück

Das «selbstgesteuerte Lernen» an der Oberstufe machte Eltern Angst. Zuhauf wanderten Schüler an Privatschulen ab. Langsam beruhigt sich die Sache, wie die Statistik zeigt.

Uetikon - Von einem regelrechten Exodus war noch vor einem Jahr die Rede an der Uetiker Schule. Und die Zahlen der kantonalen Bildungsstatistik brachten es mit aller Deutlichkeit ans Tageslicht: 24 Prozent der Uetiker Sekundarschüler gingen im Schuljahr 2008/2009 nicht an die Uetiker Sek, sondern an eine Privatschule. Dreimal mehr als im kantonalen Durchschnitt.

Der Grund für das mangelnde Vertrauen in die Uetiker Oberstufe: das 2007 eingeführte «selbstgesteuerte Lernen». Die Schüler sollten sich den Stoff selber erarbeiten - in Lerngruppen, im Selbststudium und unterstützt von so genannten Coaches, den Lehrern.

Die Abgänge an die Privatschulen und anhaltender Unmut bei gewissen Eltern blieben nicht ohne Reaktion: Im Januar vor einem Jahr stellte sich die Schulleitung an einem Arenagespräch der Kritik aus der Bevölkerung. Schulleiter Pascal Hug verwies damals darauf, dass Anpassungen bei den Verbindlichkeiten und der Strukturierung des Unterrichts bereits vorgenommen worden seien. Schulpflegepräsidentin Ruth Rump versprach den Uetikern, die Privatschülerquote werde sich bald normalisieren.

Glaubt man den provisorischen Zahlen, die der Zürcher Regierungsrat als Antwort auf eine dringliche Anfrage publiziert hat, behielt die Schulpräsidentin Recht. In der regierungsrätlichen Antwort ist von einer Abnahme der Privatschülerquote um 4 Prozent die Rede.

Privatschülerquote bleibt hoch

Drei Kantonsräte aus SVP und EVP hatten grosse Fragezeichen hinter die Auszeichnung an drei Schulen gemacht, die mit dem Preis «Schulen lernen von Schulen» geehrt wurden - darunter war auch die Sekundarschule Uetikon. In ihrer Anfrage hatten die drei Parlamentarier angemerkt, dass die prämierten Modelle in Neftenbach für «den ersten schulhausweiten Schülerstreik gegen ein Schulprojekt» sowie in Uetikon für eine «grosse Verunsicherung unter Schülern und Lehrern» gesorgt hätten.

Woher der Regierungsrat seine beschwichtigenden Daten zur abnehmenden Privatschülerzahl in Uetikon hat, ist der hiesigen Schulgemeinde nicht bekannt. Sie hat ihre Daten für die Bildungsstatistik des Kantons Zürich (www-bista.zh.ch) dieses Jahr noch nicht abgeliefert. Dies geschehe jeweils erst im April, sagt Schulpräsidentin Rump. Doch auch ihre Zahlen zeigen einen deutlichen Abwärtstrend bei den Privatschülern. So gingen derzeit voraussichtlich noch 20,3 Prozent der Uetiker Sekschüler an eine Privatschule.

Rump deutet dies als deutliches Zeichen dafür, dass sich die Lage - wie vorausgesagt - normalisiert. «Wir erhalten auch im Kontakt mit den Eltern zunehmend die Rückmeldung, dass sie der Qualität unserer Schule vertrauen.» Dafür spricht eine weitere Zahl: Im siebten Schuljahr ist der Anteil der Privatschüler auf 17,7 Prozent zurückgegangen.

Die Quote über die ganze Oberstufe ist mit 20,3 Prozent allerdings immer noch hoch im Vergleich mit dem kantonalen Durchschnitt (9 Prozent, siehe Grafik). Rump verweist auf generell steigende Privatschülerzahlen sowie auf die Vergleichszahlen aus Nachbargemeinden. In Männedorf liegt die Quote bei 13, in Meilen bei 14,3 Prozent, in Küsnacht ist sie von 17 auf 24 Prozent gestiegen, und in Zumikon, wo wohlhabende Zuzüger wenig Vertrauen in die Volksschule zeigen oder ihre Kinder an internationale Schulen schicken, ist die Quote gar von 28,3 auf 45,8 Prozent gestiegen.

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