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United machte das halbe Dutzend voll

Der Stadtzürcher Zweitligist hat seine erste Saison mit einem Titel abgeschlossen. Im regionalen Fussball-Cupfinal feierte der ambitionierte Verein gegen Rümlang einen 6:1-Kantersieg.

Von Ueli Zoss, Kloten Bei der Pokal- und Medaillenübergabe hielt United-Trainer Massimo Rizzo mit Genugtuung fest, seine Mannschaft sei der Favoritenrolle gerecht geworden. «Wir machten von Beginn weg Druck und spielten in den ersten 45 Minuten hervorragend.» Er hatte gut reden: Der 2.-Liga-Klub führte zur Hälfte gegen den Drittligisten SV Rümlang 5:0. David Schweizer, Trainer beim unterklassigen Herausforderer, musste mit den gesperrten Leo Etterlin und Mickey Arias auf die wichtigen Offensivkräfte verzichten. Die beiden hätten es jedoch kaum viel besser gemacht als die Ersatzstürmer. Abwehrchef und Captain bei United Zürich ist der frühere Aarau-Verteidiger Ivan Previtali, einer der vielen Ex-Profis beim neuen Cupsieger. Gegen ihn gab es kein Durchkommen.«Wir wollten möglichst lange das Spiel offen gestalten, stattdessen haben wir diese frühen Gegentore kassiert», bemerkte Schweizer achselzuckend. Erschwerend kam dazu: Das 0:1 (9.) war ein Eigentor, das 0:2 (17.) ein Geschenk des Rümlanger Torhüters. Immerhin genoss auch der Aussenseiter die grosse Kulisse. 700 Zuschauer strömten auf die Sportanlage Stighag in Kloten. Verzögerung im Business-Plan Rizzo beschäftigt sich nicht nur mit der United, sondern hauptsächlich mit dem FC Zürich. Der ehemalige Verteidiger beim FCZ assistiert auf der Geschäftsstelle Sportchef Fredy Bickel. «In Sachen Trainerjob habe ich mit ihm alles geregelt.» Der FCZ und United Zürich haben ausser der Personalie Rizzo nichts gemeinsam. Das Klub-Logo der «vereinten» Zürcher ist aber jenem des Stadtklubs zum Verwechseln ähnlich. Es ist in blauweiss gehalten, mit einem Löwenkopf mittendrin. Bekannte Spieler mit FCZ-Vergangenheit mischten zudem bei United mit. Michail Kawelaschwili und Daniel Tarone auf dem Platz, Franco Di Jorio als Spielertrainer und Giuseppe Mazzarelli als Assistent. Der Nachfolge-Verein von Fenerbahce Zürich trat bei der Namenstaufe im März letzten Jahres erstmals ins Rampenlicht. In einer Mitteilung liess der damalige Drittligist wenig später verlauten, man sei in Verhandlungen mit den brasilianischen Legenden Ronaldo, Roque Junior und Rivaldo weit fortgeschritten. Doch die Meldung kursierte am 1. April. Durchaus ernst gemeint war die kecke Ankündigung der Macher im Verein, der Businessplan sehe in einer ersten Phase den raschen Aufstieg in die 1. Liga vor. Und am Ende der Stufe zwei im Jahr 2018 wolle der Klub in der Super League sogar um den Titel mitspielen. Wie diese Vision finanziert werden soll, steht in den Sternen. «Wir suchen Sponsoren», heisst es lakonisch bei den Verantwortlichen. Offenbar fliesst das Geld nicht von selbst. Zudem erhielt die unbescheidene Ankündigung einen ersten Dämpfer. United Zürich verpasste in der abgelaufenen Saison knapp den Aufstieg in die 2. Liga interregional. Mit der neu geschaffenen 1. Liga Promotion ab 2012/13 kam eine zusätzliche Hürde dazu. Ex-Hopper mit Hattrick Fast jeder Spieler bei United hatte einst den Sprung in den Spitzenfussball vor Augen. Von Goalie Dragan Dunjic, früher Keeper der U-18-Auswahl Kroatiens, über Daniel Stucki, den noch verbliebenen Ex-FCZ-Spieler, bis zur Nummer 11, Luka Lapenda, der sich am Samstag als Hattrick-Torschütze auszeichnete. Er spielte als Junior in Basel unter dem Rekordinternationalen Heinz Hermann (117 Länderspiele) und bei den Grasshoppers unter Carlos Bernegger. Lapenda ist einer der Hoffnungsträger für den nächsten Anlauf in die 2. Liga interregional. «In der nächsten Saison werden wir bestimmt aufsteigen», kündet er siegesgewiss an. Was United Zürich attestiert werden kann: Das Team zeigte gegen Rümlang 1.-Liga-Format. United Zürich hielt den Gegner auf Distanz, und Joël Dakouri (links) kontrolliert gegen Simon Kümin den Ball. Foto: Sabina Bobst

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