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Unterführung erhitzt die Gemüter

Das Initiativkomitee Pro Unterführung Winterthurerstrasse rügt die Arbeit des Ustermer Stadtrates.

Von Marc Ulrich Uster – In einem Brief an den Stadtrat kritisiert das Initiativkomitee Pro Unterführung Winterthurerstrasse Stadtrat sowie Stadtverwaltung scharf. Das Komitee will seit Jahren, dass an der Winterthurerstrasse eine Unterführung gebaut wird. «Vor einem Jahr entschied der Ustermer Gemeinderat, die eingereichte Volksinitiative zu unterstützen», sagt Mit-Initiant Werner Kessler (SD). Gleichzeitig sei ein Projektierungskredit von 470 000 Franken bewilligt worden. Erst am 30. April 2010, acht Monate nach dem Gemeinderatsbeschluss, habe die Stadt die Submission für die Projektierung der Unterführung Winterthurerstrasse öffentlich ausgeschrieben. «Es kann nicht sein, dass damit acht Monate gewartet wird», wettert Kessler. Schleppende Arbeitsweise nennt er das. Weitere Kritikpunkte sind der Nicht-Einbezug des Komitees und die Änderung der Rahmenbedingungen durch die Stadt ohne Rücksprache mit den Initianten. Kessler weiter: «Das Konzept der Initiative sieht vor, dass auf beiden Seiten der Unterführung ein Rad- und Fussweg gebaut wird.» An einer Informationssitzung vom 13. September präsentierten die Stadt Uster sowie das verantwortliche Ingenieurbüro gemäss Kessler plötzlich eine Lösung mit einem einseitigen, richtungsgetrennten Rad- und Fussweg. «Der Stadtrat ist nicht befugt, eine Initiative nach eigenem Gutdünken zu ändern – ohne mit dem Komitee Kontakt aufgenommen zu haben.» Haltlose Vorwürfe Der zuständige Ustermer Stadtrat Thomas Kübler (FDP) weist die Vorwürfe zurück. «Der einseitige Rad- und Fussweg ist lediglich ein Vorschlag, den wir dem Komitee unterbreitet haben.» Weise das Komitee den Vorschlag zurück, so gebe es auch keine Änderungen. Zudem entspreche es nicht der Wahrheit, dass der Stadtrat zu schleppend arbeite. «Vielmehr ist es so, dass das Komitee die Grösse des Projekts unterschätzt hat.» Erste Schätzungen ergaben vor zwei Jahren Kosten von 10,7 Mio. Franken – Kübler jedoch sagt, dass die realen Kosten um einiges höher seien. Ein weiterer Dorn im Auge ist Werner Kessler der Stadtplaner Walter Ulmann. Er wirft Ulmann vor, ein vehementer Gegner des Projekts zu sein. Das Komitee glaubt, dass Ulmann für die veränderten Rahmenbedingungen und die Verzögerungen verantwortlich sei. «Er ist in diesem Projekt nicht mehr tragbar und muss deswegen abgesetzt werden.» Stadtrat Thomas Kübler hält auch diese Vorwürfe für haltlos. «Es mag sein, dass Ulmann ein persönlicher Gegner des Projekts ist, aber das hat keinen Einfluss auf seine Arbeit.» Die Unterführung Winterthurer-strasse sorgt seit Jahren für rote Köpfe in Uster. Bereits zweimal hat das Stimmvolk ein Unterführungsprojekt abgelehnt. Die Initianten hoffen nun beim dritten Anlauf auf Erfolg. So sei ihrer Meinung nach auch der Bau der neuen Strasse Uster West nicht mehr nötig. Abstimmung im Frühling? Für den Stadtrat hat jedoch Uster West Priorität. «Die Unterführung kann die Strasse Uster West nicht ersetzen», sagt Thomas Kübler. Das Projekt liege zurzeit beim Kanton. Kübler hofft auf eine schnelle Entscheidung, sodass mit dem Bau begonnen werden könne. Er schliesst aber nicht aus, dass letztlich beide Projekte realisiert werden. «Wenn wir mit dem Projekt Unterführung Winterthurerstrasse schnell vorankommen, kann das Stimmvolk bereits im kommenden Frühling darüber abstimmen.»

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