Flughafen Zürich probt den Ernstfall mit einer Rohrbombe

In der gross angelegten Notfallübung «Speed 17» wurde ein Anschlag mit einer Rohrbombe auf einen Passagierbus nachgestellt.

Alle zwei Jahre wird am Flughafen Zürich der Notfall geübt. (Video: SDA)

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Ein Knall, Flammen und dichter schwarzer Rauch: So startete am Dienstagmittag die diesjährige Katastrophenübung auf dem Flughafen Zürich. Nach einer Flugzeugentführung und einer Explosion ging es diesmal um einen Anschlag mit einer Rohrbombe.

Gemäss Szenario wollte sich eine Mitarbeiterin des Flughafens für ihre Entlassung rächen. Sie versteckte eine Rohrbombe in einem abgestellten Passagierbus und brachte sie - nach einer Bombendrohung bei der Kantonspolizei Zürich - mittels Fernzündung zur Explosion. Es gab Tote und rund 50 Verletzte - viele davon schwer. «Ein durchaus realistisches Szenario», befand Rudolf Farner, Head Emergency Manager Safety & Security am Flughafen Zürich. «Die Wahrscheinlichkeit, dass es passiert, ist aber nicht sehr hoch.» Man versuche, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln eine solche Situation zu verhindern.

700 Personen im Einsatz

Rund 400 Rettungs- und Einsatzkräfte standen am Dienstag im Einsatz. Darunter waren beispielsweise Vertreter der Kantonspolizei Zürich, von Schutz & Rettung, des Flughafens Zürich, der Zürcher Staatsanwaltschaft, von externen Rettungsdiensten und des Zivilschutzes. Dazu kamen 300 Personen, die unter anderem die Passagiere spielten.

Sie alle versuchten unter der Beobachtung des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl), das Grossereignis am Flughafen Zürich zu bewältigen. Die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) verpflichtet den Flughafen - wie alle Verkehrsflughäfen mit regelmässigem Linienverkehr - alle zwei Jahre zu dieser gross angelegten Notfallübung.

Schnelle Reaktionszeit

Am Dienstag ging alles ganz schnell: Kurz nach der Explosion waren bereits die ersten Feuerwehrautos, die Kantonspolizei und eine Ambulanz vor Ort und das Feuer war rasch unter Kontrolle. Es folgte eine schier endlose Reihe weiterer Einsatzkräfte, beispielsweise ein ganzer Tross mit rund 30 Ambulanzfahrzeugen sowie noch mehr Polizei mitsamt mobiler Einsatzzentrale.

«Die grosse Schwierigkeit besteht darin, alles zu koordinieren und ein System hineinzubringen», sagte Peter Wullschleger von Schutz & Rettung. Eine weitere Herausforderung: Da es sich um einen Anschlag handelte, mussten neben der medizinischen Versorgung gleichzeitig auch mögliche weitere Täter gesucht und gefunden werden.

In einem ersten Zwischenfazit, noch auf dem Übungsplatz, zeigte sich Farner zufrieden. «Die Einsatzkräfte haben nach dem Notfallplan reagiert und die Fahndung nach der Täterin läuft bereits auf Hochtouren», sagte er. Die Frau wurde gemäss Szenario später dann auch geschnappt und war geständig.

Eine endgültige Bilanz gibt es noch nicht. Die Übung muss nun erst besprochen und ausgewertet werden. In einigen Wochen folgt dann ein Schlussbericht. (anf/sda)

Erstellt: 14.11.2017, 19:05 Uhr

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