Rund 50 Väter demonstrierten in Dielsdorf für ihre Rechte

Väter aus der ganzen Schweiz kritisierten am Samstag die «diskriminierende Gesetz- gebung» in Sorgerechtsfällen.

Die Demonstranten kämpfen für ihre Rechte als Väter. (Bild: David Sarasion/TA)

Die Demonstranten kämpfen für ihre Rechte als Väter. (Bild: David Sarasion/TA)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am Startpunkt der Demonstration vor dem Bezirksgericht ist ein Kreuz aufgestellt, darunter Plüschtiere, Kerzen und Gedenkbriefe. Rund 50 Männer aus der ganzen Schweiz sind erschienen, dazu kommen einige Frauen. Oliver Hunziker, Präsident des Vereins Verantwortungsvoll erziehender Väter und Mütter (VeV), hat die Väterdemo gemeinsam mit dem Verein Mannschafft organisiert, die wegen eines aktuellen Falles beim Bezirksgericht Dielsdorf startet (TA vom 22. 10.). Er kritisiert im Namen der Demonstranten die gegenüber Vätern ungerechte Gesetzgebung. Die Männer applaudieren, einige weinen.

«Väter sind am kürzeren Hebel»

«Wir werden vom Gesetz dazu gezwungen, um unsere Kinder zu kämpfen, und das darf nicht so bleiben», sagt Hunziker, «wir Männer sind nach wie vor am kürzeren Hebel.» Die Scheidungsanwälte seien in der Regel nicht um eine vernünftige Lösung für beide Parteien oder gar für das Kind besorgt, sondern wollten vor allem das Optimum für ihre jeweiligen Klienten rausholen, ist die einhellige Meinung am Umzug. So würden vernünftige Lösungen in Sorgerechtsfällen verhindert. Die Demonstration verläuft durch den Dorfkern bis zum Center Dielsdorf, wo man sich um den Informationsstand der Vereine Mannschafft und VeV versammelt. Männer in Kochschürzen braten Würste, ein Akkordeonspieler untermalt den Anlass.

«Viele Väter trauen sich nicht, mit ihren Anliegen an die Öffentlichkeit zu gelangen, outen sich nicht mit ihrem Leid», sagt Hanspeter Küpfer, Vizepräsident von Mannschafft. Er ist Scheidungsberater und war vor zwei Jahrzehnten selber ein Betroffener eines Sorgerechtsfalles. Heute setzt er sich für die «Gleichstellung der Männer in Sorgerechtsfragen» ein. Die ganze Problematik sei «irgendwie auch eine Nachwirkung der Emanzipation der Frau», ist der 68-Jährige überzeugt. Ein Mann Anfang vierzig ist soeben aus Holland zurückgekehrt, wohin seine Frau mit dem Kind trotz rechtsgültigem, gemeinsamem Sorgerecht «ausgewandert» sei. Es könne Jahre dauern, bis er sein Kind das nächste Mal sehen werde. Ein Vater aus Luzern hat seine Tochter schon seit eineinhalb Jahren nicht mehr gesehen, und ein weiterer steckt mitten in einem langwierigen Gerichtsfall. Die Männer sitzen bis in den späten Nachmittag vor dem Einkaufszentrum und diskutieren über die Emanzipation von der Emanzipation - und über Fussball.

Erstellt: 27.10.2008, 08:28 Uhr

Paid Post

Ausstellungseröffnung: «Schatten»!

Mit einer Auswahl von fast 140 Werken zeigt die Ausstellung «Schatten» in der Hermitage 500 Jahre Kunstgeschichte.

Die Welt in Bildern

Kunst in der Luft: Seifenblasen machen Spass vor dem Louvre in Paris. (19. Juli 2019)
(Bild: Alain Jocard) Mehr...