Versenkter Porsche: Zahlt der Verursacher die Bergung?

Am Sonntag haben zwei Männer in Eglisau einen Porsche unfreiwillig im Rhein versenkt. Das Malheur könnte sie teuer zu stehen kommen.

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Ein Sportwagen im Wert von mindestens 150'000 Franken, eine aufwendige Suche nach dem Wrack und – im schlimmsten Fall – eine ebenso aufwendige Bergung. Die Kosten, die durch den Unfall in Eglisau entstehen, sind hoch.

Manche könnten auf den Unfallverursacher zurückfallen, wie Bernd de Wall, Sprecher der Allianz-Versicherung, erklärt: «Über eine Vollkaskoversicherung würden wir das Ereignis bezahlen, über eine Teilkasko würde keine Deckung bestehen, da Wasserschäden nicht versichert sind und kein Elementarschaden wie eine Überschwemmung vorliegt.» Auch im ersten Fall wäre dies laut de Wall allerdings ein Entgegenkommen des Versicherers: «Es liegt keine eigentliche Kollision mit einer Mauer oder einem anderen Fahrzeug vor.»

Grobe Fahrlässigkeit muss abgeklärt werden

Auch hängt die Leistung der Versicherung davon ab, ob im aktuellen Fall herauskommt, dass eine grobe Fahrlässigkeit des Fahrers vorliegt. Das könnte zum Beispiel Alkohol- oder Drogenkonsum sein. In diesem Fall würde es zu einem erheblichen Abzug bei der Leistung führen. Wie hoch dieser ausfiele, kann de Wall nicht genau beziffern: «Jeder Fall muss natürlich individuell begutachtet werden. Im schlimmsten Fall muss man mit einer Kürzung von 20 bis 50 Prozent rechnen.»

Ob dies beim Porsche 911 in Eglisau zum Zuge kommt, ist unklar, aber eher unwahrscheinlich. Laut Stefan Oberlin, Sprecher der Kantonspolizei, gab es beim Fahrer keine Anzeichen von Alkoholmissbrauch.

Einen wichtigen Teil der Kosten, die durch den Unfall entstehen, muss der junge Lenker aber auf keinen Fall bezahlen: Den Polizeieinsatz und den Aufwand für die Bergung. «Da die Bergung aus Umweltschutzgründen notwendig ist, werden die Kosten über die Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung bezahlt», erklärt Allianz-Sprecher de Wall.

Umweltschäden vermutlich gering

Laut Wolfgang Bollack, Sprecher des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel), müssen sich die Anwohner aber nicht sorgen, dass der Rhein stark verschmutzt wird. «Im schlimmsten Fall sind im Auto etwa vier Liter Motoren- und Getriebeöl und 80 Liter Benzin. Solche Mengen werden im Rhein durch die Wassermassen sofort stark verdünnt». Bisher sei vermutlich weder Öl noch Benzin ausgetreten, die entsprechenden Systeme eines Autos seien ja dicht: «Dies könnte erst passieren, wenn Motor oder Tank durchgerostet wären, aber so etwas dauert Jahre.»

Schwieriger kann es laut Bollack bei der Bergung werden. «Dort könnte es zur Havarie kommen.» Allerdings sei auch dies nicht besorgniserregend. «Es gelangen immer wieder kleinere Mengen Öl in den Fluss. Gefährliche Mengen würden erst bei einem Tanklastwagen-Unfall oder ähnlichem austreten.»

Erstellt: 09.08.2011, 16:03 Uhr

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