Schwarze Kindergärten stossen auf Kritik

Die Geschichte der farbigen Gebäude in Bassersdorf ist um ein Kapitel reicher. Zwei neue Kindergärten, Krippe und Hort präsentieren sich in Anthrazit – die Anwohner protestieren.

Ein schwarzer Klotz – der Eingangsbereich des neuen Pavillons beim Schulhaus Geeren ist inzwischen aber gelb gestrichen.

Ein schwarzer Klotz – der Eingangsbereich des neuen Pavillons beim Schulhaus Geeren ist inzwischen aber gelb gestrichen.

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Eigentlich mögen es die Bassersdorfer bunt. Längst ist das himmelblaue Gemeindehaus zu einem Wahrzeichen der Gemeinde geworden. Überall stehen Häuser in den verschiedensten Farbtönen – von Zartrosa über Maisgelb bis Dunkelrot. Beim jüngsten Projekt, für das die Gemeinde als Bauherrin verantwortlich zeichnet, ist der Farbton allerdings umstritten. An der Opfikonerstrasse neben dem Schulhaus Geeren und an der Gerlisbergstrasse in einem Wohnquartier sind zwei Kindergärten sowie eine Kinderkrippe samt Hort und Mittagstisch entstanden. Passanten reiben sich verwundert die Augen, denn die Gebäude sind in Schwarzgrau gehalten. Den einzigen Farbklecks der ein- und zweistöckigen Holzbauten bildet der Eingangsbereich, der sich in Zitronengelb präsentiert.

Dunkler als eine Abdankungshalle

Friedrich Schneider und seine Frau Myrta haben kein Verständnis für die «schwarzen Kindergärten». In einem Leserbrief an den «Tages-Anzeiger» machen die alteingesessenen Bassersdorfer ihrem Ärger Luft. «Ausgerechnet diese Gebäude für die Kinder können sich nicht finster genug präsentieren. Wir sind überzeugt, nicht einmal eine Abdankungshalle würde so düster gestaltet.» Mit ihrer Kritik seien sie nicht allein, so die Senioren. Einheimische hätten die Holzkästen auch als überdimensionierte «Särge» bezeichnet.

Der zuständige Gemeinderat, Liegenschaftenvorsteher Markus Grob (SVP), konnte ferienhalber nicht Stellung nehmen. Das übernahm Erwin Schleiss von der Gemeindeverwaltung. Er leitet die Abteilung Finanzen und Liegenschaften und hat sich eingehend mit dem Bauprojekt befasst. Die Aussenfarbe basiere auf einem ausgeklügelten Material- und Farbkonzept, das man bewusst so verabschiedet habe. «Wir haben uns für Anthrazit entschieden, weil das eine moderne und neutrale Farbe ist.» Bei den Gebäuden handle es sich um Multifunktionsbauten. Anthrazit werde den verschiedenen Aufgaben der Räume als Schulzimmer, Hort und Kindergarten farblich gerecht. «Farben wecken Emotionen», dessen seien sich die Verantwortlichen durchaus bewusst.

Neben dem «fröhlich-leuchtenden Eingangsbereich» gelte es zu berücksichtigen, dass die Umgebung noch nicht fertig gestaltet sei. Zwei Baumreihen und verschiedene Sträucher sollen ab nächstem Frühjahr für willkommene Grüntöne sorgen. Und dann wären da noch die wichtigsten Akteure: «Die Kinder bringen mit ihren Zeichnungen Farbe und Leben.»

Nicht auszuhalten im Winter

Friedrich Schneider lässt dies nicht gelten. Er finde es schade, dass die Suche nach dem Ausgefallenen den sogenannt gesunden Menschenverstand verdrängt habe. Als im Vorfeld von Holzfertigbauten die Rede war, habe er als Stimmbürger annehmen dürfen, dass die Aussenfarbe in warmen Holztönen gehalten sei. Er wünsche sich kein buntes Kasperlitheater, aber zumindest eine Farbe, die auch in den Herbst- und Wintermonaten auszuhalten sei. Nun müssten die Schüler und Lehrer täglich das «architektonische Denkmal» bestaunen. «Und die Eltern, die an einem neblig-dunklen Wintermorgen ihre Kleinen in die Krippe bringen, sollen diesen bedrückend aussehenden Bau betreten.»

Nicht zur Farbe äussern will sich Schulpräsident Mario Peverelli (SVP). Das Projekt sei ein wichtiger Bestandteil der Schulraumplanung. Wegen steigender Schülerzahlen ist Bassersdorf auf zusätzliche Räume angewiesen. Die Fertigbauweise mit Holzelementen bedeutet Flexibilität. So könnten die zurzeit fertiggestellten Gebäude ohne grossen Aufwand um ein Geschoss erweitert werden.

Erstellt: 29.09.2008, 19:48 Uhr

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