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Ursula Moor erklärt ihren Rücktritt als Gemeindepräsidentin

Die Gemeindepräsidentin von Höri will nicht gegen einen Kollegen aus der eigenen Behörde antreten. Der kantonalen Politik bleibt die SVP-Frau aber erhalten.

Ursula Moor tritt nach 24 Jahren im Gemeinderat von Höri und nach 8 Jahren als Präsidentin zurück. Gestern hat die SVP-Politikerin die Medien orientiert. Dass sie gut vier Wochen vor der Wahl ihre Kandidatur zurückzieht, begründete sie mit den Ambitionen ihres Gemeinderatskollegen Christian Meier. Der Parteilose habe sie vor zwei Tagen persönlich informiert, dass er ihr das Gemeindepräsidium streitig machen wolle (TA vom Donnerstag).

Es sei schade, dass Meier die Karten nicht früher auf den Tisch gelegt habe, sagt die 55-jährige Moor. «Der offensichtlich im Hintergrund vorbereitete Wahlkampf würde erfahrungsgemäss nur Verlierer produzieren und zu Spannungen in der Bevölkerung und der Behörde führen.» Unter diesen Vorzeichen fehlten ihr der Wille und die Kraft, gegen einen Kollegen aus der eigenen Behörde anzutreten.

Meier wollte sich zum Rücktritt seiner Amtskollegin nicht äussern. Der 54-Jährige war schon vor acht Jahren als Gemeindepräsident im Gespräch, damals als neuer Gemeinderatskandidat. Meier war politisch unerfahren, und Moor wurde klar wiedergewählt. «Deshalb kann man die damalige Ausgangslage auch nicht mit der heutigen vergleichen», sagt Moor.

«Entscheid fiel mir schwer»

Moor wird weiterhin politisch aktiv bleiben: im Zürcher Kantonsrat, als Vizepräsidentin des Schutzverbandes der Bevölkerung um den Flughafen Zürich, als Mitglied der Betriebskommission des Krankenheimverbands Zürcher Unterland, als Mitglied der kantonsrätlichen Kommission für Staat und Gemeinde sowie in der Geschäftsleitung des Kantonsrats, den sie 2007/08 präsidiert hatte.

Trotz der vielen Aufgaben falle ihr der Rücktritt schwer, sagt Moor. Sie habe sich gut mit ihren Kollegen verstanden und 24 schöne Jahre gehabt. «Ich kann diese Amtszeit deshalb im Guten beenden.» Dass Mitglieder aus der eigenen Partei nicht mehr hinter ihrer Kandidatur gestanden hätten, könne sie nicht bestätigen. «Die Parteiversammlung hat mich nominiert, und ich habe nie etwas davon gehört, dass ich infrage gestellt werde.»

Verblüfft vom Rücktritt Moors zeigte sich gestern Remo Albrecht, zurücktretender Gemeinderat und Präsident der SVP Höri. «Diesen Abgang hat sie nicht verdient», sagt er.

Doch was, wenn Moor trotz ihres Entscheids wiedergewählt wird? Für den Bülacher Statthalter Hans Frei ist die Sachlage klar: «Für gewählte Gemeinderäte besteht zwar ein Amtszwang - nicht aber dann, wenn jemand wie in diesem Fall mehr als acht Jahre in der Behörde gearbeitet hat.»

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