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Ustermer Bahnhofspaten geben der Zivilcourage ein Gesicht

Seit gestern sorgen in Uster acht Paten für Ordnung am Bahnhof. Die Freiwilligen sollen Vorbilder sein für mehr Zivilcourage.

Uster - Gestern stand Hansruedi Jöhr um 7 Uhr am Bahnhof Uster. Seine graumelierten Haare bedeckte eine Dächlikappe mit der Aufschrift «RailFair», dazu trug er eine Weste der SBB. Zusammen mit einem anderen Bahnhofspaten beobachtete er Passagiere, sprach hin und wieder jemanden an, hob hier und dort eine Gratiszeitung auf. Der pensionierte Bäretswiler ist einer von acht Patinnen und Paten, die seit gestern die Bahnhöfe Uster und Nänikon-Greifensee zu angenehmeren Orten machen sollen. In Rüti läuft das Projekt bereits. Jöhr arbeitet freiwillig, seine Motivation besteht aus einem Slogan: «Hin- statt wegschauen», lautet das Motto des Patenprojekts, das die SBB zusammen mit der Stadt Uster lanciert. «Sympathisch» fand das der Pensionär - und meldete sich an.

Littering als grosses Problem

Jöhr und seine Kollegen haben eine mehrtägige Ausbildung absolviert und sind nun vor allem dafür da, Präsenz zu markieren. «Der Bahnhof hat seit Jahren ein Ordnungsproblem», sagt Stadtrat Hans Streit (SVP). Mit dem Ordnungsproblem meint der Sicherheitsvorsteher vor allem das unachtsame Wegwerfen von Abfällen (Neudeutsch «Littering»), Vandalismus, aber auch Übergriffe oder kleinere Pöbeleien. «Für Frühaufsteher kann der Zustand des Bahnhofs in den frühen Morgenstunden schon frustrierend sein», findet er. Und gerade für den Bahnhof als Knotenpunkt und Aushängeschild der Stadt sei dies besonders ungünstig: «Solche Missstände werden von der Bevölkerung stark wahrgenommen», weiss Streit.

Die Bahnhofspaten sollen nun bei kleineren Vergehen Leute auf ihr Fehlverhalten ansprechen und dabei auch eine Vorbildfunktion erfüllen. Gestern Vormittag etwa wies Jöhr einen Passagier darauf hin, dass auf dem Perron das Velofahren nicht erlaubt sei, einen anderen bat er, nicht mit dem Kickboard durch die volle Unterführung zu rasen. Einer Schulklasse erklärte der Pate die Bedeutung der weissen Sicherheitslinie und mehrmals half er, den Touch-screen-Automaten zu bedienen. «Alle haben auf uns sehr positiv reagiert», berichtet Jöhr, der sich über seinen ersten gelungenen Einsatz sichtlich freut. Für Notfälle haben er und seine Kollegen ein Handy dabei, mit dem sie Hilfe anfordern können - die Stadtpolizei arbeitet mit den Initianten zusammen. Allzu oft vorkommen dürfte dies aber nicht: Die Paten sind nur tagsüber unterwegs. Zu kritischen Zeiten, in den Nachtzügen am Wochenende, kommt uniformiertes Sicherheitspersonal zum Einsatz. «Wir hoffen, dass das Projekt zu einem angenehmeren Klima am Bahnhof beitragen wird», sagt Streit. Für den Einsatz der Freiwilligen sei man entsprechend dankbar. Weitere Paten seien übrigens weiterhin gesucht. Mehr Informationen: rene.steffen@stadt-uster.ch oder Telefon 044 944 76 66.

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