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«Valerie 14» war ein Polizist – junger Mann tappte in die Falle

Ein Student hat sich im Internet zu Sex mit einer 14-Jährigen verabredet. Am Treffpunkt wartete die Polizei. Nun muss der Mann eine hohe Busse zahlen.

Von Attila Szenogrady Vor einem Jahr lernte ein heute 28-jähriger Schweizer aus dem Bezirk Hinwil im Internet-Chat «Teentalk» das vermeintlich 14-jährige Mädchen «Valerie» kennen. Für das, was folgte, musste er sich gestern vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. «Ich habe einen Riesenfehler gemacht», sagte der Student, der es bald zu einem erfolgreichen Abschluss bringen will, als er sich daran erinnerte, was damals geschah. Sicher ist, dass der Mann das Mädchen in sexuelle Themen verwickelte und sich mit ihm zu einem Treffen in Zürich verabredete. Dabei sollte es in seinem Auto zu sexuellen Handlungen kommen. Doch daraus wurde nichts. Der Oberländer wurde am vereinbarten Treffpunkt aber von Beamten der Kantonspolizei Zürich in Empfang genommen und verhaftet – «Valerie 14» war in Wahrheit ein verdeckter Ermittler. Hätte er ernst gemacht? Der Student legte sogleich ein umfassendes Geständnis ab und zeigte sich kooperativ. Auf die richterliche Frage, was er in Zürich beabsichtigt habe, erklärte er offen, er habe genau das vorgehabt, was er im Internet geschrieben habe. Allerdings gab er auch an, dass er beim Anblick einer 14-jährigen Schülerin wohl zurückgekrebst wäre. Während die für den Fall zuständige Staatsanwältin von einem schweren Verschulden sprach und wegen versuchter sexueller Handlungen mit Kindern eine gerade noch bedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten sowie 1000 Franken Busse forderte, setzte sich die Verteidigung für eine milde und bedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 30 Franken ein. Der Rechtsanwalt verlangte dabei einen Teilfreispruch, da sein Klient noch nicht zur Tat entschlossen gewesen sei. Zudem habe ein Gutachten ergeben, dass er keine pädosexuellen Neigungen aufweise. Das Gericht kam zu Schuldsprüchen und setzte eine bedingte Geldstrafe von 290 Tagessätzen zu 100 Franken fest. Zudem muss der Oberländer eine Busse von 1000 Franken zahlen. Der Gerichtsvorsitzende sah die Schuld des Studenten als klar erwiesen an. Der junge Mann sei nach Zürich gefahren, um sexuelle Handlungen mit dem minderjährigen Mädchen zu begehen. Trotzdem verzichtete das Gericht wegen der glaubhaft gemachten Einsicht des Beschuldigten auf eine Freiheitsstrafe. Verdeckte Ermittlungen, wie sie dem 28-Jährigen zum Verhängnis geworden sind, sind für die Polizei seit Anfang Jahr tabu. Schuld daran ist eine Lücke in der neuen Strafprozessordnung. Diese will die Zürcher Regierung nun aber schliessen. Sie schickt dafür eine Ergänzung des Polizeirechts in die Vernehmlassung.

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