Zum Hauptinhalt springen

VCS will Tempo 30 auch auf Zürcher Hauptstrassen

Bei Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) kommt die Forderung schlecht an. Er will Tempo 30 auf Kantonsstrassen nur in Ausnahmefällen bewilligen.

Von Stefan Häne Autofahrer sind in Tempo-30-Zonen der Stadt Zürich oft viel zu schnell unterwegs. Bei Kontrollen im September und Oktober haben sich teilweise über 40 Prozent der Fahrzeuglenker nicht an die Geschwindigkeitslimite gehalten. Der Schnellste fuhr mit 61 km/h. Die Stadtpolizei spricht von einer «bedenklichen Bilanz». Die Strassenopfer-Stiftung Roadcross erhofft sich durch mobile Radargeräte eine präventive Wirkung. Der SVP missfällt dies. Für die Partei sind Radarfallen «der verlängerte Arm des Fiskus». In dieser Situation sieht sich Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP) mit einer neuen verkehrspolitischen Frage konfrontiert: Die Zürcher Sektion des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) sieht die Möglichkeit, Tempo 30 auch auf Hauptstrassen einzuführen, und zwar in Ortsdurchfahrten und Quartierzentren wie etwa am Albisriederplatz. Der VCS verspricht sich davon mehr Sicherheit für Fussgänger und mehr Aufenthaltsqualität in den Zentren. Seine Haltung leitet er aus einem Urteil des Bundesgerichts ab, wonach Tempo 30 unter bestimmten Bedingungen auch auf Hauptstrassen möglich sein soll. In besonderen Fällen gibt es bereits heute Tempo-30-Abschnitte auf Zürcher Kantonsstrassen, etwa in Marthalen, dessen Dorfkern einen gepflästerten Strassenbelag aufweist. Stocker will diese Regel nicht lockern: «Tempo 30 auf Kantonsstrassen wird immer die Ausnahme darstellen.» Die Kantonsstrassen seien in erster Linie dazu da, den überörtlichen Verkehr möglichst sicher und reibungslos abzuwickeln. Zentral ist für Stocker nicht primär die Signalisation, sondern eine angepasste Gestaltung des Strassenraums. Davon verspricht er sich eine bessere Wirkung für alle Nutzergruppen: für den Langsamverkehr, für den öffentlichen Verkehr sowie den Individualverkehr. Die beiden Letztgenannten würden davon profitieren, dass der Verkehrsfluss verstetigt werde. Stocker setzt dabei auf Eigenverantwortung: «Die Verkehrsteilnehmer sollen von sich aus das Tempo entsprechend anpassen.» – Seite 15

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch