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Velo-Reisli als Feigenblatt

Kommentar

Der Gemeinderat Herrliberg hat erkannt, was schon länger klar ist: Langsamverkehr ist ein Bedürfnis. Woche für Woche benutzen hunderte von Menschen die Wander- und Velowege im Bezirk. Die Herrliberger Exekutive will nun mit ihrem Velo-Reisli die Bevölkerung darauf aufmerksam machen. Das wäre eigentlich löblich.

Allerdings erscheint der Anlass wie ein merkwürdiger Versuch, eine Gegenveranstaltung zum national anerkannten Slow-up zu lancieren. Statt gemeinsam mit allen (!) anderen Gemeinden an der Goldküste die Seestrasse zu sperren, um für das Thema Langsamverkehr zu sensibilisieren, fährt Herrliberg einen Sonderzug.

Da stellt sich die Frage nach dem Warum. Der Herrliberger Gemeinderat unter der Führung des Carosseriebesitzers Rolf Jenny will um jeden Preis einen Triumphzug von Umweltschützern auf der symbolträchtigen Seestrasse verhindern – und verkennt, dass der Slow-up längst ein Plausch-Anlass für alle ist. Sein Velo-Reisli ist bloss ein Feigenblatt für sein schlechtes Gewissen.

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