11 Jahre Gefängnis für Cannabisschmuggler

Das Bezirksgericht Zürich hat fünf Mitglieder eines Schweizer Drogenrings zu teils langen Freiheitsstrafen verurteilt. Sie hatten den Stoff tonnenweise importiert.

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Es war einer der grössten Fälle von Marihuana- und Cannabisschmuggel in der Schweiz, mit dem sich das Bezirksgericht Zürich im Sommer und im Dezember befasst hat. Angeklagt waren fünf Männer, die in unterschiedlicher Zusammensetzung zwischen 2010 und April 2016 insgesamt sieben Tonnen Drogen aus Holland und Spanien in die Schweiz importiert haben.

Nun ist der Haupttäter, ein heute 39-jähriger Schweizer, wegen Drogenhandels und Geldwäscherei im grossen Stil und weiterer Delikte zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt worden, wie aus dem heute schriftlich zugestellten Urteilsdispositiv hervorgeht. Zudem muss er dem Staat eine Million Franken aus dem unrechtmässig erwirtschafteten Gewinn abgeben. Der Mann hatte die Fäden beim Drogenschmuggel gezogen und diverse Hanf-­Indooranlagen in der Schweiz betrieben. Seinen erzielten Umsatz bezifferte die Staatsanwaltschaft auf rund 37 Millionen Franken. Zudem habe der Mann Geldwäscherei im Umfang von rund 5 Millionen Franken betrieben.

Seine beiden Anwälte hatten am Prozess Mitte Dezember eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten verlangt und gefordert, den seit knapp drei Jahren einsitzenden Mann sofort zu entlassen. Die vom Staatsanwalt gemachten Angaben zur Drogenmenge seien völlig überrissen. Ihr Mandant habe lediglich mit Hanfprodukten im Umfang von 240 Kilogramm gehandelt, der Umsatz betrage 1,15 Millionen Franken. Ihr Mandant sei von einem Mitbeschuldigten stark belastet worden, der dafür als «Kronzeuge» aus der Untersuchungshaft kam und mit einer milden Strafe rechnen durfte. Gegenüber dem TA kündigte einer der Anwälte an, das Urteil ans Obergericht weiterzuziehen.

Verurteilung wegen Geldwäscherei

Weiter verurteilte das Gericht einen 37-jährigen Schweizer Koch wegen qualifizierten Drogenhandels zu viereinviertel Jahren. Ein gleichaltriger Türke, der im Gastrobereich tätig ist, erhält wegen Drogenhandels und illegaler Pornografie 28 Monate. Beide Männer müssen ihre Strafen absitzen. Beide sind einschlägig vorbestraft und hatten in der Probezeit wieder delinquiert.

Ein vierter Beschuldigter, ein 38-jähriger portugiesischer Geschäftsführer, wurde wegen qualifizierter Geldwäscherei zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Er muss dem Staat 50’000 Franken abliefern.

Der als «Kronzeuge» titulierte fünfte Beschuldigte, ein 50-jähriger Schweizer, war in diesem Sommer bereits im abgekürzten Verfahren wegen Drogenschmuggels und Gehilfenschaft zu Geldwäscherei zu einer teilbedingten Strafe von 36 Monaten verurteilt worden; sechs Monate muss er absitzen. Zudem muss er dem Staat 100’000 Franken zurückzahlen.

Weitere Urteile im Kanton Aargau

Auch im Kanton Aargau standen Mitglieder des Drogenrings vor Gericht. Zwei weitere Komplizen sind bereits rechtskräftig zu vier und fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Insgesamt sind im ganzen Verfahren rund 20 Personen involviert – als Mittäter, Transporteure oder Abnehmer. Die Untersuchungsergebnisse des Monsterfalls füllen 73 Ordner.

Erstellt: 21.12.2018, 13:53 Uhr

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