Fall Boppelsen: Opfer mit Klebeband erstickt

Neue Details zum Doppelmord: In einem Bundesgerichtsurteil wird beschrieben, wie der mutmassliche Täter die beiden Männer umgebracht hat.

Neben diesem Stöckli in Utzigen im Kanton Bern wurde eine der beiden Leichen vergraben. (Bild: Stefan Hohler)

Neben diesem Stöckli in Utzigen im Kanton Bern wurde eine der beiden Leichen vergraben. (Bild: Stefan Hohler)

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Der Fall Boppelsen wird immer makabrer. Ein Bundesgerichtsurteil von Ende Juni zeigt, wie Thomas K., der mutmassliche Haupttäter, die beiden Opfer umgebracht hat. Thomas K. ist ein Schweizer Transportunternehmer aus dem bernischen Dorf Utzigen. Er wollte mit seiner Ehefrau und einem Garagisten aus dem Kanton Solothurn vor rund einem Jahr im Kanton Zürich einen Lastwagen kaufen. Der Verkäufer: ein 36-jähriger Lastwagenfahrer aus Bülach. Dieser hatte einen seiner Lastwagen auf einer Online-Plattform für 60'000 Franken zum Verkauf angeboten.

Am Abend des 3. Juni 2016 fuhren die drei Beschuldigten (der damals 26-jährige Thomas K., seine gleichaltrige Ehefrau und der 33-jährige Solothurner Garagist) nach Niederhasli ZH, wo der Bülacher Lastwagenbesitzer den Wagen in einer Garage abgestellt hatte.

Laut Bundesgerichtsurteil zeigte das Trio Interesse am Lastwagen. Aber statt den Preis von 60'000 Franken zu zahlen, hätten die Beschuldigten den Lastwagenverkäufer nach der Probefahrt gefesselt und in einem Anhänger an den Wohnort des Ehepaars in Utzigen bei Bern gebracht.

Komplize will aus Untersuchungshaft

«Dort habe Thomas K. dem Lastwagenchauffeur ein Band um Mund und Nase geklebt und gewartet, bis er erstickt sei», schreibt das Bundesgericht. Die Leiche legten die Beschuldigten anschliessend in einem Wald bei Boppelsen im Kanton Zürich hin, wo sie einen Tag später ein Passant fand. Die drei Beschuldigten wurden im Juni 2016 verhaftet und in Zürich in Untersuchungshaft gesetzt.

Das Bundesgericht hatte sich mit dem Fall Boppelsen befasst, weil einer der drei Beschuldigten, der Solothurner Garagist, aus der Untersuchungshaft wollte. Das höchste Gericht lehnte seine Beschwerde ab. Die einjährige Haft sei angesichts der schweren Vorwürfe verhältnismässig. In der Begründung schreibt das Bundesgericht, dass der Solothurner Garagist die Ehefrau des mutmasslichen Haupttäters beeinflussen könnte. Denn die Mutter zweier Kleinkinder war diesen April aus der Zürcher Untersuchungshaft entlassen worden. Sie hatte den Garagisten belastet: Er habe ihr gesagt, sie solle das Handy des getöteten Lastwagenfahrers wegwerfen.

Weitere Leiche neben Stöckli vergraben

Den drei Beschuldigten wird noch ein weiterer Mord vorgeworfen. Sie sollen neben dem Schweizer Lastwagenchauffeur auch einen 25-jährigen Serben getötet haben. Auch dieses Opfer sei von Thomas K. mit einem Klebeband erstickt worden, wie aus dem Bundesgerichtsurteil hervorgeht. Die Tat hatte er rund einen Monat zuvor verübt, zwischen dem 27. und 28. April 2016. Auch hier ging es um Autodiebstähle, um einen BMW und einen Mercedes. Die Leiche des Serben wurde neben dem Stöckli (Auszugshaus) des Ehepaars in Utzigen BE vergraben und Ende Juli 2016 von der Berner Polizei ausgehoben.

Der Solothurner Garagist soll noch in weitere Autodiebstähle und Versicherungsbetrügereien verwickelt gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft Zürich ermittelt in beiden Tötungsdelikten wegen Raubmordes. Wann es zur Anklage kommt, ist noch offen; vermutlich erst gegen Ende Jahr. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.07.2017, 17:16 Uhr

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