Falsche Polizisten in der Stadt aktiv

In zwei Tagen sind in Zürich über ein Dutzend Personen von Unbekannten telefonisch kontaktiert worden. Die Betrüger geben sich als Polizisten aus und verlangen Geld oder Schmuck.

Die Tätermasche der falschen Polizisten wird als «Spoofing» (Verschleierung oder Vortäuschung) bezeichnet.

Die Tätermasche der falschen Polizisten wird als «Spoofing» (Verschleierung oder Vortäuschung) bezeichnet. Bild: Keystone

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Nachdem am Dienstag die Kantonspolizei von einem falschen Polizisten in Uitikon-Waldegg berichtete, war es auch in der Stadt Zürich in den letzten beiden Tagen zu mehreren Telefonbetrugsversuchen gekommen. Die Anrufer gaben sich jeweils als Polizisten aus und versuchten so, an das Bargeld oder Schmuck ihrer Opfer zu kommen. Diese neue Tätermasche wird als «Spoofing» bezeichnet, ein englischer Begriff für Verschleierung oder Vortäuschung.

Wie die Stadtpolizei schreibt, sind am Mittwoch in der Stadt Zürich über ein Dutzend Personen telefonisch von Unbekannten angerufen worden, die sich als Polizistin oder Polizist ausgaben. Weil die Betroffenen auf ihrer Telefonanzeige zudem die Notrufnummer 117 aufleuchten sahen, lag die Vermutung bei ihnen nahe, dass sich tatsächlich die Polizei bei ihnen meldete. Die gefälschte Notrufnummer kann mittels Apps vom Internet heruntergeladen und auf die Telefonanzeige geladen werden. Zudem ruft die Polizei nie unter der Nummer 117 jemanden an.

Die meist hochdeutsch sprechenden Unbekannten gingen stets gleich vor und versuchten zuerst das Vertrauen der Opfer zu gewinnen. Nachdem dies scheinbar gelungen war, teilten ihnen die falschen Polizisten mit, dass kriminelle Personen es auf ihr Vermögen abgesehen hätten und darum ihr Geld auf den Bankkonten nicht mehr sicher sei. Sie forderten die Leute auf, das Bargeld zu holen und es dann einem zivilen Polizisten, der demnächst vorbeikommen werde, zur sicheren Verwahrung zu übergeben. Glücklicherweise waren die Angerufenen immer skeptisch, schenkten der Geschichte keinen Glauben und informierten die Polizei. Zurzeit sind der Stadtpolizei Zürich keine Fälle bekannt, bei welchen es zu einer Geldübergabe gekommen ist. Die polizeilichen Ermittlungen laufen.

Sicherheitstipps der Stadtpolizei

  • Überprüfen Sie, ob es sich um einen echten Polizisten handelt, indem Sie die Nummer 117 wählen und nach dem anrufenden Polizisten fragen.
  • Seien Sie misstrauisch, wenn jemand, und sei es auch ein Polizist, Sie dazu bringen will, Geldsummen bei der Bank abzuheben, zu zahlen, jemandem zu übergeben oder irgendwo zu deponieren. Die Polizei verlangt nie telefonisch Bargeld.
  • Nehmen Sie Warnhinweise von Bankangestellten ernst und erlauben Sie diesen bei geringsten Zweifeln, die Polizei zu verständigen.
  • Übergeben Sie niemals Bargeld, Schmuck oder andere Wertsachen an Ihnen nicht bekannte Personen.
  • Deponieren Sie keinesfalls irgendwo Geld oder Wertsachen.
  • Notieren Sie sich Ihnen nicht bekannte Telefonnummern.
  • Polizisten weisen sich immer mit ihrem Dienstausweis aus.
  • Melden Sie verdächtige Anrufe oder geplante persönliche Kontaktaufnahmen umgehend der Polizei auf der Notrufnummer 117.

(hoh)

Erstellt: 07.12.2017, 15:57 Uhr

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