Hanfpapst im Alleingang getötet

Vor dem Bezirksgericht Winterthur stehen Ende November zwei junge Männer. Der Hauptbeschuldigte ist angeklagt, einen Drogendealer zu Tode geprügelt zu haben.

Der 53-jährige Schweizer Martin Frommherz ist zu Tode geschlagen worden. Er starb an den schweren Kopfverletzungen.

Der 53-jährige Schweizer Martin Frommherz ist zu Tode geschlagen worden. Er starb an den schweren Kopfverletzungen.

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Der als Hanfpapst bekannt gewordene 53-jährige Martin Frommherz wurde am 7. Mai 2014 tot in seiner Wohnung in Winterthur-Töss aufgefunden – er war zu Tode geprügelt worden. Schon kurz nach der Tat konnte die Polizei den Täter verhaften, einen heute 22-jährigen Iraner aus Winterthur. Daneben wurden noch drei weitere junge Männer festgenommen. Es handelt sich um zwei Schweizer und einen Türken. Alle vier Verhafteten wohnen im Bezirk Winterthur.

Das Quartett suchte den Hanfpapst, welcher sich immer wieder als Kleindealer betätigt hatte, am 6. Mai 2014 auf. Der Iraner und ein Komplize gingen in die Wohnung hinein, wo sie den 53-jährigen Schweizer überfielen und Marihuana stahlen.

Das Tötungsdelikt verübte der Iraner aber allein. Seine drei Komplizen waren schon nicht mehr vor Ort, als der junge Iraner Frommherz niederschlug. Das Opfer wurde am nächsten Tag von einer Bekannten tot in der Wohnung aufgefunden. Es war an schweren Kopfverletzungen gestorben.

Beschuldigter spricht von Notwehr

Am 25. und 26. November kommt es nun vor dem Bezirksgericht Winterthur zum Prozess gegen die beiden Männer. Im Fall des hauptbeschuldigten Iraners fordert laut früheren Medienberichten die Staatsanwaltschaft wegen vorsätzlicher Tötung eine Freiheitsstrafe von elf Jahren.

Der Iraner ist grundsätzlich geständig, spricht aber von Notwehr. Der Mann ist noch wegen eines weiteren Delikts angeklagt. Er soll wenige Tage vor dem Tötungsdelikt bereits einen Raubüberfall in Winterthur verübt haben.

Der zweite Beschuldigte soll einem Menschen in unmittelbarer Lebensgefahr nicht geholfen haben. Er ist wegen Unterlassung der Nothilfe angeklagt. Für ihn wird eine teilbedingte Freiheitsstrafe gefordert.

Die beiden zur Tatzeit Minderjährigen – die nicht in der Wohnung waren – haben sich vor der Jugendanwaltschaft verantworten müssen.

Der Hanfpapst sorgte in den 90er-Jahren für Schlagzeilen, weil er – wie er selbst sagte – die ganze Schweiz mit legalen Hanfprodukten belieferte. Er wurde 2001 zu einer bedingten Strafe verurteilt, nachdem die Polizei in seinem Auto und seinem Laden zwölf Kilogramm Marihuana entdeckt hatte. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.11.2015, 13:43 Uhr

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