Täter vom Balgristquartier verging sich an Leiche

Ein mysteriöses Tötungsdelikt ereignete sich im vergangenen September in Zürich. Jetzt wurden schreckliche Einzelheiten bekannt.

In diesem inzwischen abgerissenen Haus im Balgristquartier wohnte der Täter. (Bild Stefan Hohler)

In diesem inzwischen abgerissenen Haus im Balgristquartier wohnte der Täter. (Bild Stefan Hohler)

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Vor knapp einem Jahr informierte die Stadtpolizei über ein mysteriöses Tötungsdelikt im Kreis 8. Die Einsatzzentrale war am Abend des 20. September 2016 alarmiert worden, dass in einem Mehrfamilienhaus im Balgristquartier eine Frau regungslos in ihrer Wohnung liege. Wer die Polizei anrief, ist nicht bekannt. Als die Sanität eintraf, war die Frau schon tot. Die Polizei ging von einem Tötungsdelikt aus und verhaftete den Wohnungsmieter, einen 32-jährigen Schweizer.

Das Opfer war eine 28-jährige Französin, welche in der Wohnung zur Untermiete lebte. Die gut ausgebildete Frau hatte in Frankreich im Telecombereich studiert und war in der Schweiz in einer grossen Unternehmensberatungsfirma als IT-Spezialistin tätig. Sie war erst rund zwei Monate vor der Tat in die Wohnung eingezogen. Bis anhin war nicht bekannt, wie die Frau ums Leben kam.

Wie der zuständige Staatsanwalt Martin Wyss auf Anfrage sagt, ist die Frau vom Wohnungsmieter erwürgt worden. Der Schweizer ist geständig. Nach der Tat hat er sich an der Leiche sexuell vergangen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt neben vorsätzlicher Tötung deshalb auch wegen Störung des Totenfriedens. Noch offen ist die Frage, ob der Mann die Frau bewusst erwürgt hatte oder ob sie versehentlich starb, als er sie würgte. Auch das Tatmotiv ist noch offen, sagt der Staatsanwalt.

Polizei musste schon früher ausrücken

Opfer und Tatverdächtiger waren kein Paar. Sie hatten sich schon vorher öfters gestritten. Einige Wochen vor der Tat musste die Polizei wegen heftiger Auseinandersetzungen schon mehrmals ausrücken.

Wer damals die Polizei informierte, die Frau oder Nachbarn, dazu will Wyss sich nicht äussern. Laut einer Nachbarin war der Mann sehr aufdringlich gewesen und habe die Frau unter Kontrolle halten wollen. Vermutlich hatte sich die Tat schon am Vorabend ereignet. Nachbarn hatten einen grossen Streit gehört, dann sei es plötzlich still geworden.

Laut einer Anwohnerin kommt der Mann aus der Romandie und arbeitete nicht. Er hat jeden Tag stundenlange Spaziergänge im nahen Wald unternommen und gesagt, er wolle das Leben geniessen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.08.2017, 11:34 Uhr

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