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Carlos ist wieder in U-Haft

Der 22-Jährige hat seine Gefängnisstrafe abgesessen. Auf freien Fuss kommt er dennoch nicht.

Plötzlich wieder in Untersuchungshaft: Carlos. Illustration: Robert Honegger (2015)
Plötzlich wieder in Untersuchungshaft: Carlos. Illustration: Robert Honegger (2015)

Der 22-jährige Zürcher mit Aliasname Carlos hat Ende September die 18 Monate Freiheitsentzug, die er wegen eines Faustschlags kassiert hatte, bis zum letzten Tag abgesessen. Trotzdem muss er in der Strafanstalt Lenzburg bleiben. Das Zwangsmassnahmengericht hat eine erneute Untersuchunghaft für den jungen Straftäter bewilligt, wie die NZZ schreibt.

Der Grund ist ein Zwischenfall von Ende Juni. Damals war Carlos noch in der Vollzugsanstalt Pöschwies in Regensdorf untergebracht. Es kam zu einer Schlägerei mit Aufsehern, einer von ihnen musste sich danach im Spital behandeln lassen. Gemäss NZZ ist nun der Grund für die Auseinandersetzung klar. Man habe Carlos mitgeteilt, dass er zu seinem eigenen Schutz zurück in Sicherheitshaft kommt. Die Begründung: Andere Häftlinge hätten einen Angriff auf ihn geplant. Zu diesem Zeitpunkt war der 22-Jährige in einer offenen Abteilung untergebracht. Der Unterschied ist gross: In der Sicherheitsabteilung ist das Regime härter.

«Mein Sohn ist eigentlich ungefährlich»

Carlos habe darauf einen Stuhl an die Wand geworfen, bei der anschliessenden Rangelei sei es zur Verletzung des Aufsehers gekommen. Auch Carlos habe eine dicke Lippe davongetragen. Nun ist er erneut wegen Körperverletzung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Visier der Justiz.

Im Bericht kommt der Vater von Carlos zu Wort. Er wirft den Behörden vor, die Ereignisse aufzubauschen. Sein Sohn sei eigentlich ungefährlich. Er reagiere nur, noch nie habe er Polizisten oder Justizpersonal angegriffen.

Nach Regensdorf war Carlos gekommen, nachdem er im Gefängnis Pfäffikon derart gewütet hatte, dass man ihn ohne Unterwäsche und ohne Matratze auf dem Boden schlafen liess. Eine Untersuchung ergab damals, dass Carlos Aufseher massiv bedroht, bespuckt und beschimpft hatte. Die Behandlung von Carlos wurde vom ehemaligen Staatsanwalt Ulrich Weder als objektiv diskriminierend aber gleichwohl ohne Erniedrigungsabsicht taxiert. Der Gefängnisdirektor musste daraufhin gehen.

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