Zum Hauptinhalt springen

Der Zirkus-Clown und das Mädchen

Der italienische Clown Davide Larible steht wegen Zungenküssen mit einem 14-jährigen Mädchen vor Gericht. Sein Anwalt verlangt einen Freispruch.

Unter Druck: Davide Larible ist der sexuellen Handlungen mit einem Kind angeklagt.
Unter Druck: Davide Larible ist der sexuellen Handlungen mit einem Kind angeklagt.
Beat Marti

Der heute 60-jährige Artist soll sich am 24. Oktober 2016 mit dem damals 14-jährigen Mädchen am Hauptbahnhof in Zürich verabredet haben. Er hatte das Mädchen, welches ein grosser Circus-Knie-Fan ist, schon bei einer früheren Vorstellung kennengelernt und hatte mit ihr sowohl persönlichen wie auch Kontakt per WhatsApp.

Laut Anklageschrift gingen die beiden am besagten 24. Oktober ins Hotel Central Plaza, wo Larible ein Zimmer hatte. Dort soll der Mann das Gespräch auf die Themen Liebe und Vertrauen gelenkt haben. Dabei fragte er das Mädchen, wie weit sie schon gegangen sei, ob sie schon richtig geküsst und ob sie bereits einmal einen Orgasmus gehabt habe. Weiter sagte der Clown, er könne ihr alles über das Leben und über die Liebe beibringen.

Unvermittelt Mädchen geküsst

Unvermittelt, so die Anklageschrift der Staatsanwältin, habe er seine Zunge in den Mund des Mädchens gesteckt und an ihren Lippen geknabbert. Und dann nochmals. Bei der Verabschiedung sei es zu einem weiteren Zungenkuss gekommen. Im Gespräch soll der Mann den nackten Rücken des Mädchens gestreichelt haben, ebenfalls das Décolleté.

Larible war im November 2016 nach einer Vorstellung des Circus Knie in Lugano verhaftet und nach Zürich überwiesen worden. Nach zwei Tagen in Untersuchungshaft wurde er wieder freigelassen.

Bedingte Geldstrafe und Landesverweis

Die Staatsanwältin verlangt wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind eine bedingte Geldstrafe von 160 Tagessätzen zu 120 Franken (19'200 Franken) und eine Busse von 600 Franken. Zudem soll er für fünf Jahren des Landes verwiesen werden.

Der Prozess findet am kommenden Dienstag vor dem Einzelrichter am Bezirksgericht Zürich statt – unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit. Vertreten wird Larible von Valentin Landmann. Er verlangt einen Freispruch. Davide Larible habe das Mädchen bei der Begrüssung und Verabschiedung umarmt und ihr lediglich einen Kuss auf die Stirn oder die Wange gegeben.

Als Folge der Anzeige und Medienberichterstattung habe sein Mandant grosse finanzielle Einbussen erlitten, weil viele Engagements abgesagt worden seien, sagt Landmann weiter. Dafür soll er angemessen entschädigt werden.

«Bis heute sehr belastet»

Der Anwalt des Mädchens ist Sven Gretler, ein ehemaliger Mitarbeiter von Landmann. Er sagte gegenüber der Zeitung «Schweiz am Wochenende», dass seine Mandantin immer noch ein Fan des Circus Knie sei. Sie sei aber bis heute sehr belastet durch die Vorfälle. Die Zungenküsse habe sie als Missbrauch ihres Vertrauens erlebt. Er wird vor Gericht wohl auch Entschädigung und Genugtuung fordern.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch