Fall Boppelsen: Anklage wegen Doppelmord erhoben

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat ein Ehepaar aus dem Kanton Bern und einen Komplizen aus Solothurn des Mordes angeklagt.

Bei diesem Wohnhaus in Utzigen bei Bern soll das erste Todesopfer, ein 25-jähriger Serbe, vergraben worden sein. (Bild: Stefan Hohler)

Bei diesem Wohnhaus in Utzigen bei Bern soll das erste Todesopfer, ein 25-jähriger Serbe, vergraben worden sein. (Bild: Stefan Hohler)

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Es ist eines der mysteriösesten und brutalsten Verbrechen der letzten Jahre: Ein Berner Ehepaar aus Utzigen und ein Garagist aus dem Kanton Solothurn sollen zwei Männer getötet haben. Bei den Opfern handelt es sich um einen 36-jährigen Schweizer Lastwagenbesitzer aus Bülach und einen 25-jährigen Serben aus dem Kanton Bern. Die beiden Männer waren 2016 erstickt worden.

Am letzten Freitag hat die auf Gewaltdelikte spezialisierte Staatsanwaltschaft IV beim Bezirksgericht Bülach Anklage erhoben, wie die zuständige Staatsanwältin auf Anfrage sagte. Der Haupttäter, ein heute 29-jähriger Schweizer und Transportunternehmer, wird des Doppelmordes angeklagt.

Seine 28-jährige Ehefrau und Mutter zweier gemeinsamer Kleinkinder sowie ein 35-jähriger Garagist aus dem Kanton Solothurn müssen sich wegen einfachen Mordes verantworten. Den Beschuldigten werden noch weitere Delikte wie Autodiebstähle und Versicherungsbetrügereien vorgeworfen. Das geforderte Strafmass wird am Prozess bekannt gegeben. Der Verhandlungstermin ist noch offen. Die drei Beschuldigten sind teilweise geständig und befinden sich in Haft.

Opfer mit Klebeband erstickt

Grund für die Morde waren Geschäfte im Fahrzeughandel. So soll das Trio im Juni 2016 einen Lastwagenbesitzer aus Bülach getötet und seinen Lastwagen gestohlen haben. Der Mann hatte den Lastwagen auf einer Online-Plattform für 60’000 Franken zum Verkauf angeboten.

In einem Bundesgerichtsurteil wird beschrieben, wie die Beschuldigten vorgingen. Sie hätten Interesse am Lastwagen gezeigt und nach der Probefahrt den Lastwagenbesitzer gefesselt und in einem Anhänger an den Wohnort des Ehepaars in Utzigen bei Bern gebracht.

Dort soll der Ehemann dem Lastwagenchauffeur ein Band um Mund und Nase geklebt und gewartet haben, bis er erstickte. Die Leiche legten die Beschuldigten anschliessend in einem Wald bei Boppelsen im Kanton Zürich hin, wo sie ein Passant fand. Das Bundesgericht hatte sich mit dem Fall Boppelsen befasst, weil einer der drei Beschuldigten aus der Untersuchungshaft wollte. Dies lehnte das oberste Gericht aber ab.

Leiche neben Wohnhaus vergraben

Beim zweiten Mord ist nur der Ehemann involviert. Laut Anklage hat er einen 25-jährigen Serben getötet. Auch dieses Opfer wurde mit einem Klebeband erstickt. Die Tat wurde Ende April 2016 verübt – rund einen Monat vor dem Fall Boppelsen.

Auch hier ging es um Autodiebstähle, um einen BMW und einen Mercedes. Die Leiche des Serben wurde neben dem Wohnhaus des Ehepaars in Utzigen BE vergraben und Ende Juli 2016 von der Berner Polizei geborgen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.02.2019, 11:44 Uhr

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