Falsche Polizistin ergaunert 3,6 Millionen Franken

Mit einer fiesen Masche wurde einer Frau fünf Monate lang Geld abgeknöpft – mehr als jemals zuvor im Kanton Zürich.

Fiese Masche: Eine Unbekannte gab sich als Polizistin aus und betrog eine Frau um eine Riesensumme. Symbolbild: Walter Bieri/Keystone

Fiese Masche: Eine Unbekannte gab sich als Polizistin aus und betrog eine Frau um eine Riesensumme. Symbolbild: Walter Bieri/Keystone

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Das Opfer erhielt im November erstmals einen Anruf von einer Unbekannten, die sich als Polizistin ausgab. Die falsche Polizistin sagte der Frau, dass es gewisse Leute auf ihr Erspartes abgesehen hätten und auch Angestellte der Bank in das Vorhaben verwickelt seien. Die Frau wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass sie mit niemandem darüber sprechen dürfe, um die angeblich laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden. Während mehrerer Monate erhielt sie täglich mindestens einen Anruf der Telefonbetrügerin oder von einem angeblichen Dienstkollegen.

Laut Kantonspolizei gaben sich die Täter empathisch, und es gelang ihnen durch hinterhältige Art sowie die Ausübung von psychischem Druck, das Verhalten der Geschädigten gezielt zu manipulieren. Während mehrerer Monate wurden via E-Banking Überweisungen in der Gesamthöhe von 3,6 Millionen Franken an die unbekannten Täter veranlasst – der höchste Betrag im Kanton Zürich und vermutlich auch in der Schweiz. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutz macht die Polizei über das Opfer keine weiteren Angaben.

Die Kantonspolizei Zürich und die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich haben Ermittlungen aufgenommen.Die Beamten geben folgende Tipps für den Umgang mit potenziellen Betrügern:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn ein angeblicher Polizist Sie dazu bringen will, Bargeld abzuheben, zu überweisen, jemandem zu übergeben oder irgendwo zu deponieren. Die Polizei verlangt nie Bargeld oder Zugangsdaten zu Bankkonten.
  • Verschaffen Sie sich Sicherheit, indem Sie den Hörer auflegen und bei der Polizei über die Notrufnummer 117 nachfragen, ob es diesen Polizisten wirklich gibt.
  • Handeln Sie besonnen, indem Sie niemals Geldbeträge an ihnen unbekannte Personen überweisen oder übergeben.
  • Nehmen Sie Warnungen von Bankangestellten ernst, denn diese kennen die Merkmale des Telefonbetrugs. Sie haben in der Vergangenheit wiederholt solche Straftaten erkannt und verhindert. Nehmen Sie deshalb Warnungen von Bankangestellten ernst und lassen Sie deren Unterstützung zu.
  • Wenn Sie Opfer eines Betrugs oder Betrugsversuchs geworden sind, melden Sie sich bei der Polizei.
  • Auch wenn Sie dem Betrüger rechtzeitig auf die Schliche gekommen sind, ist es wichtig, die Polizei über den Vorfall zu informieren.
  • (hoh)

    Erstellt: 26.06.2019, 11:14 Uhr

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