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Frau auf offener Strasse an Brust gefasst

Ein Südamerikaner ist wegen Exhibitionismus und sexueller Belästigung verurteilt worden. Das Opfer habe ihn provoziert, begründete er die Tat.

Vor dem Einzelrichter des Bezirksgerichts Zürich stand ein Exhibitionist, der eine Frau im Kreis 3 sexuell belästigt hat. (Bild: TA/Urs Jaudas)
Vor dem Einzelrichter des Bezirksgerichts Zürich stand ein Exhibitionist, der eine Frau im Kreis 3 sexuell belästigt hat. (Bild: TA/Urs Jaudas)

Die Vernunft siegte beim Beschuldigten erst, als ihn der Einzelrichter auf die finanziellen Konsequenzen hinwies: Wenn er den Strafbefehl des Staatsanwaltes und die Busse akzeptiert, werde es rund 1600 Franken kosten – zusätzlich 500 Franken Genugtuung fürs Opfer. Wenn er den Fall durch das Gericht beurteilen lasse, kämen im Falle einer Verurteilung noch weitere Kosten dazu. «Ich möchte den Fall so schnell wie möglich hinter mir haben, ich akzeptiere den Strafbefehl» sagte der Handwerker aus Südamerika. Worauf der Richter antwortete: «Ein guter Entscheid, denn auch wir hätten Sie wegen dieser Geschichte verurteilt.»

Mit dieser Geschichte sind die Vorwürfe Exhibitionismus und sexuelle Belästigung gemeint. Der 35-Jährige ist beschuldigt, eines Morgens im September 2017 einer Frau auf dem Trottoir im Kreis 3 den Weg versperrt und ihr an die linke Brust gefasst zu haben. Als die Frau sich verbal zur Wehr setzte, liess der Mann von ihr ab. Kurz darauf entblösste er seinen Penis, manipulierte daran und forderte sie auf, ihm zuzuschauen.

Die sexuelle Belästigung gab der verheiratete Familienvater am Prozess vor dem Einzelrichter zu. Den Vorwurf des Exhibitionismus stritt er ab. Er begründete die sexuelle Belästigung damit, dass die Frau ihn mit Blicken angemacht habe. Er habe sie auf dem Weg zur Arbeit immer wieder getroffen. Es sei das erste Mal in seinem Leben, dass «ihm so etwas passiert sei». Er bereue es und habe dies dem Opfer gesagt. Zu Hause habe er deswegen mit seiner Ehefrau Probleme bekommen, weil diese sehr wütend wurde.

Opfer erhält 500 Franken Genugtuung

Mit dem Rückzug der Einsprache gegen den Strafbefehl bleibt es bei einer Verurteilung wegen Exhibitionismus und sexueller Belästigung. Der Beschuldigte wird mit einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 60 Franken bestraft und einer zu bezahlenden Busse von 600 Franken. Zudem hat er dem Opfer eine Genugtuung von 500 Franken zu bezahlen.

Als der Beschuldigte im Schlusswort sagte, er hoffe, dass so etwas seiner Ehefrau und seinen Töchtern nie passieren würde – «weil Frauen so sensibel und zerbrechlich seien» –, antwortete der Richter lakonisch: «Das hätten Sie sich früher überlegen sollen.» Er gab dem Südamerikaner den Rat, die Ehe in Ordnung zu bringen, und hoffe, dass so etwas nie mehr passiere.

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