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Frau hat Ex-Geliebten nicht erpresst

Das Zürcher Obergericht hat eine Frau vom Vorwurf der Nötigung in einem jahrelangen Rosenkrieg freigesprochen.

Für den Rosenkrieg hat der CEO in der Vergangenheit mehrere Hunderttausend Franken Anwalts- und Gerichtskosten bezahlt.
Für den Rosenkrieg hat der CEO in der Vergangenheit mehrere Hunderttausend Franken Anwalts- und Gerichtskosten bezahlt.
Keystone

Das Beziehungsdrama zwischen einem Schweizer CEO und einer Ökonomin aus Südamerika endete damit, dass der Mann die Frau wegen mehrfacher Nötigung angeklagt hat. Das Paar, beide sind inzwischen um die 50 Jahre alt, unterhielt 2006 bis 2012 eine Beziehung, aus der im April 2010 und im März 2012 je ein Mädchen hervorging. Beide waren indes schon liiert: Sie lebte mit einem festen Partner zusammen, er war ein verheirateter Familienvater im Kanton Zürich.

Laut Anklage soll die Frau nach der Geburt des ersten Kindes begonnen haben, ihren Liebhaber zu erpressen. Wenn er ihr nicht Geld gebe, werde sie die aussereheliche Beziehung öffentlich machen und insbesondere seine Ehefrau informieren. Der Mann zahlte dann von April 2010 bis Juni 2012 total 200'000 Franken.

Das Bezirksgericht Zürich sprach die Frau im Mai 2017 frei. Es kam zwar zum Schluss, dass der CEO das Geld an die Frau bezahlt hatte. Dass diese ihn aber wegen der ausserehelichen Beziehung und der beiden Kinder dazu genötigt habe, sei nicht erwiesen. Der Mann habe in der Untersuchung widersprüchliche und lebensfremde Äusserungen gemacht.

«Kein Zwang, nur Unterhaltszahlungen»

Der CEO akzeptierte den Freispruch nicht und zog den Fall weiter – im Gegensatz zur Staatsanwältin. Am heutigen Prozess vor dem Obergericht sprach der Anwalt der Frau von einer Strafaktion des Mannes. Dieser habe seiner Mandantin nicht verziehen, dass sie seiner Ehefrau von ihrer Beziehung und den beiden daraus entsprungenen Kindern berichtet habe. «Es war kein Zwang, keine Nötigung, sondern es waren einfach Unterhaltszahlungen», sagte der Anwalt.

Er verwies auf das Urteil der Vorinstanz, welche das vom Mann gezeichnete Bild eines ahnungslosen Opfers immer mehr relativierte. Aus der anfänglich geschilderten flüchtigen Affäre mit zwei bis drei kurzen sexuellen Kontakten wurde schliesslich die Geschichte einer stürmischen Verliebtheit mit gemeinsamen Zukunftsträumen und einem über mehrere Jahre andauernden Kontakt.

Die beiden Verteidigerinnen des Mannes zeichneten das Bild einer geldgierigen Frau. Die Ex-Geliebte habe die Nötigung als Mittel zur Geldbeschaffung gebraucht. Sie habe ein gestörtes Verhältnis zu Geld und habe das Leben einer Superreichen führen wollen. Die Beschuldigte habe ihren Mandanten per SMS permanent unter Druck gesetzt. Sie sei erst mit den beiden Kindern bei der Ehefrau aufgetaucht, als der Mann nicht mehr zahlen konnte. «Damit hat sie die Drohung wahr gemacht und sich gerächt», sagte eine der Anwältinnen.

Weiterzug an das Bundesgericht?

Auch das Obergericht sprach wie das Bezirksgericht die Frau vom Vorwurf der mehrfachen Nötigung frei. Die Aussagen des Mannes seien widersprüchlich und unglaubhaft gewesen, sagten die Richter. Der Vorwurf Geld gegen Schweigen lasse sich nicht erhärten. Für das Gericht hat sich der Mann aus Angst, seinen guten Ruf zu verlieren, selber unter Druck gesetzt und war nicht von der Ex-Geliebten genötigt worden. Dass der CEO, welcher in der Vergangenheit mehrere Hunderttausend Franken für die Anwalts- und Gerichtskosten ausgegeben habe, den Fall vors Bundesgericht ziehen werde, sei zu vermuten, sagte der Vorsitzende.

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