Frontalkollision in Dietikon: Wollte der Lenker des BMW «driften»?

Der schwere Unfall in Dietikon hat Parallelen zu einem Fall aus dem Jahr 2015. Damals spielte das elektronische Stabilitätsprogramm eine wichtige Rolle.

Der BMW des Unfallverursachers (rechts) und der vollständig demolierte Ford der korrekt entgegenfahrenden Frau.

Der BMW des Unfallverursachers (rechts) und der vollständig demolierte Ford der korrekt entgegenfahrenden Frau. Bild: Kantonspolizei Zürich

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Ein 20-Jähriger hat am Samstagabend in Dietikon einen schweren Unfall verursacht. Er geriet mit seinem BMW auf die Gegenfahrbahn, prallte in einen Ford und verletzte dabei zwei Personen schwer. Der Fall hat Ähnlichkeiten mit einem Unfall im September 2015, als ein BMW-Fahrer in Bubikon ins Schleudern geriet und in einen Wagen prallte.

Der damals 26-jährige Lenker wollte mit seinem leistungsstarken BMW M6 über die Einfahrt Rüti auf die A53 fahren. Bei 130 km/h verlor er auf dem Beschleunigungsstreifen die Herrschaft über sein Auto. Er schleuderte über beide Fahrstreifen, kollidierte mit einem Auto auf dem Normalstreifen und prallte anschliessend heftig gegen die Mittelleitplanke. Sein Auto kam massiv beschädigt zum Stillstand.

Der 48-jährige Lenker des getroffenen Autos verlor wegen der Kollision die Herrschaft über seinen Wagen. Das Auto kam ins Schleudern, überschlug sich und rutschte auf dem Dach etwa 90 Meter bis zum Stillstand. Die beiden Fahrer sowie der Beifahrer des ersten Fahrzeuges wurden leicht verletzt.

«Plötzlich Heck ausgebrochen»

Der Unfallverursacher wurde vom Bezirksgericht Hinwil zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt. Zudem musste er die Untersuchungskosten von über 20'000 Franken bezahlen.

Der BMW-Fahrer hatte beim Unfall das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) bewusst ausgeschaltet. Das ESP ist ein System, das bei einem drohenden Ausbrechen eines Autos einzelne Räder gezielt abbremst und verhindert, dass der Wagen aus der Spur ausbricht. Es kann ausgeschaltet werden, wenn der Lenker seinen Wagen bewusst ins Schleudern bringen will, auch «driften» genannt. Der Unfalllenker von Bubikon hat das Urteil weitergezogen. Es wird Anfang Jahr vor dem Obergericht verhandelt.

Ob der 20-jährige Kosovare in Dietikon ebenfalls das ESP ausgeschaltet hat, ist nicht bekannt. Er hatte gegenüber dem «Blick» gesagt, er sei nicht zu schnell gefahren. «Die Fahrbahn war nass. Plötzlich brach das Heck aus.» Ihm sei zudem nicht klar gewesen, dass nur der Heckantrieb aktiviert war.

Zustand des Kindes hat sich verbessert

Auf dieser Strecke auf der Bernstrasse ist Tempo 60 km/h erlaubt. Der 600 PS starke BMW M5 prallte in einen entgegenkommenden Ford einer 42-jährigen Frau mit ihrer vierjährigen Tochter. Beide erlitten lebensbedrohliche Verletzungen. Der Zustand der beiden Verletzten sei stabil, beim Kind sei er eher besser geworden, sagt eine Sprecherin der Kantonspolizei.

Der Kosovare ist am Montag verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft muss spätestens innerhalb von 48 Stunden entscheiden, ob sie beim Zwangsmassnahmengericht Antrag auf Untersuchungshaft stellt oder den Beschuldigten auf freien Fuss setzt. Man könne morgen Mittwoch mehr mitteilen, sagt der Sprecher der Oberstaatsanwaltschaft.

Erstellt: 08.10.2019, 16:21 Uhr

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