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Sieben Katzen zu Tode gequält

Ein junger Zürcher Unterländer hat einen Kater und sechs junge Kätzchen auf dem Gewissen. Nun ist er vom Bezirksgericht verurteilt worden.

Das Bezirksgericht Dielsdorf hat sich mit einem gravierenden Fall von Tierquälerei bei Katzen befasst. (Bild: Daniel Kellenberger)
Das Bezirksgericht Dielsdorf hat sich mit einem gravierenden Fall von Tierquälerei bei Katzen befasst. (Bild: Daniel Kellenberger)

Der 34-jährige Schweizer aus dem Zürcher Unterland war angeklagt, zwischen Mai 2013 und Januar 2016 sieben Katzen in seiner Wohnung auf qualvolle Art und Weise getötet zu haben. Am heutigen Prozess vor dem Bezirksgericht Dielsdorf machte der Schweizer auf Anraten seines Anwalts aber keine Aussagen, nur so viel: «Ich bin unschuldig.»

Staatsanwalt Andrej Gnehm verlangte eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Auslöser sei eine Meldung durch eine Tierärztin beim kantonalen Veterinäramt gewesen. Dies, nachdem in kurzer Zeit drei junge Katzen im gleichen Haushalt starben. Schon zuvor waren vier Katzen beim Paar an Verletzungen gestorben. Laut Gnehm habe man keine Beweise, nur Indizien. Aber die Häufigkeit der tödlichen Verletzungen bei sieben Hauskatzen innerhalb zweieinhalb Jahren sei kein Zufall. Er habe nicht leichtfertig Anklage erhoben, sondern stütze sich auf die Verletzungsdiagnosen der drei behandelnden Tierärzte und auf ein Gutachten der Kantonstierärztin. Diese kam zum Schluss, dass bei den Katzen Gewalt angewendet wurde.

Die Tierquälereien hätten begonnen, nachdem der Beschuldigte Anfang 2013 bei seiner Freundin eingezogen sei. Damals stellte der Tierarzt beim Kater Felix Verbrennungen an den Pfoten und am Schwanz fest. Die späteren Opfer waren sechs vier- bis siebenmonatige Kätzchen, welche zu Hause starben. In einem Fall musste der Tierarzt eine Katze erlösen. Als Tatmotiv vermutete Gnehm entweder das Ausleben einer sadistischen Ader oder dass der Beschuldigte seiner Partnerin habe wehtun wollen. Der Mann wohnt weiterhin mit seiner Freundin zusammen, sie ist von seiner Unschuld völlig überzeugt.

Gutachten ist nicht wissenschaftlich

Manfred Küng, der Verteidiger des Beschuldigten, forderte einen Freispruch und eine Genugtuung. Die Anklage habe nur beschrieben, welche Verletzungen die Katzen hätten, aber nicht wie es dazu gekommen sei. Das Gutachten der Kantonstierärztin sei nicht wissenschaftlich, sondern enthalte nur Mutmassungen und pauschale Vermutungen. Sie habe keines der toten Tiere gesehen, sondern sich nur auf die Arztberichte abgestützt. So seien beispielsweise die Verbrennungen an den Pfoten einer Katze auf den Sprung auf die heisse Herdplatte zurückzuführen. In einem anderen Fall hätten sich die Katzen beim Sturz vom Balkongeländer oder Kletterbaum verletzt oder seien draussen von einem Fuchs oder Iltis gebissen worden.

Das Gericht folgte jedoch dem Antrag des Staatsanwalts. Es verurteilte den Mann wegen mehrfacher Tierquälerei zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Auch ohne direkte Beweise würden die Indizien für eine Verurteilung reichen. Es könne nicht Zufall sein, dass in solch kurzer Zeit sieben Katzen im gleichen Haushalt sterben. Der Verteidiger liess durchblicken, dass sein Mandant das Urteil akzeptiert.

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