Tötungsversuch am Utoquai: Die Polizei verhaftet einen 16-Jährigen

Nach der Messerattacke mit zwei schwer Verletzten hat die Polizei einen 21-Jährigen festgenommen – und später wieder entlassen. Jetzt wurde ein Jugendlicher verhaftet.

Aufräumen nach der Party – und immer wieder nach der Gewalt: An der Seepromenade ist es nicht zum ersten Mal in diesem Jahr zu einem Gewaltdelikt gekommen. Archivbild: Keystone

Aufräumen nach der Party – und immer wieder nach der Gewalt: An der Seepromenade ist es nicht zum ersten Mal in diesem Jahr zu einem Gewaltdelikt gekommen. Archivbild: Keystone

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Eine 18-jährige Frau und ein 21-jähriger Mann sind am Samstagmorgen um 1 Uhr am Utoquai niedergestochen worden. Beide mussten schwer verletzt ins Spital gebracht werden.

Die Kantonspolizei Zürich verhaftete in der Folge einen 21-jährigen Mann. Die eingeleiteten Ermittlungen hätten den anfänglichen Tatverdacht gegen den Schweizer aber nicht bestätigt, schreibt die Kantonspolizei heute Montag in einer Mitteilung. Er wurde daher aus der Haft entlassen.

Die Polizei hat jetzt einen weiteren Tatverdächtigen an seinem Wohnort im Kanton Zürich verhaftet: Einen 16-jährigen Schweizer. Die zuständige Jugendanwaltschaft hat inzwischen Untersuchungshaft gegen ihn angeordnet. Alles Weitere sei Gegenstand der laufenden Strafuntersuchung. Für den 16-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung.

Verbote auch im Ausland

Den ganzen Sommer hindurch kam es an der Zürcher Seepromenade immer wieder zu Gewalt unter Betrunkenen und gegenüber Polizisten. Aus diesem Grund hat der Kommandant der Stadtpolizei, Daniel Blumer, letzte Woche in einer TV-Sendung vorgeschlagen, das Utoquai zur alkohol- und waffenfreien Zone zu machen. Er verwies auf ähnliche Verbote im umliegenden Ausland.

Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, hat Wien eben erst einen Test am Praterstern-Platz verlängert. Auch in München, Dresden und seit kurzem in Singen gibt es solche Zonen. Aus der Schweiz sind Verbotszonen vor allem aus Chur bekannt. Allerdings soll sie dort aufgehoben werden. Am Utoquai hat die Polizei vorübergehend Kameras aufgestellt. Diese sind inzwischen wieder entfernt worden. Die Zürcher Polizeivorsteherin Karin Rykart (Grüne) setzt dafür auf bessere Polizeipräsenz.

Bloss eine Verschiebung des Problems?

Nachdem bereits mehrere Parteien ihre Bedenken geäussert hatten, teilte am Montag auch der Verein Pro Nachtleben seine ablehnende Haltung mit. Ein generelles Alkohol- und Waffenverbot am Utoquai ziele in die falsche Richtung. So werde das Problem nur verschoben, aber nicht gelöst, schreibt der Verein, in dem sich Zürcher Jungparteien zusammengeschlossen haben.

Der Verein erkennt aber das Problem und schlägt deshalb vor, bereits getroffene Massnahmen beizubehalten und möglicherweise zu intensivieren: also mehr Polizeipräsenz und bessere Beleuchtung sowie einen verstärkten Einsatz der Gruppe sip züri (Sicherheit, Intervention, Prävention), also der aufsuchenden Sozialarbeit. Die sip solle helfen, die Ursache für die Gewalt zu ergründen. Nur so könne man zielgerichtete Massnahmen ableiten.

Chur will Alkoholverbot wieder aufheben

In anderen Städten wurde ein Alkoholverbot bereits umgesetzt, so etwa in der grenznahen deutschen Stadt Singen. Sie beschloss vergangene Woche, Alkoholkonsum in der Fussgängerzone zu verbieten. Wer trotzdem trinkt, kann angezeigt werden. Die Getränke werden von der Polizei eingezogen.

In Chur gibt es seit 2008 ein nächtliches Alkoholverbot auf der Strasse. Es hat sich aber offenbar nicht bewährt. Im Sommer schlug der Stadtrat die Aufhebung vor, weil sich die Lage entspannt habe und die Durchsetzung schwierig gewesen sei. (sch/hwe/sda)

Erstellt: 14.10.2019, 07:02 Uhr

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