Mann tötet in Dietikon seine Frau

Ein 37-jähriger Nordmazedonier hat seine getrennt von ihm lebende Ehefrau erstochen. Er war wegen häuslicher Gewalt polizeilich bekannt. Das Kontaktverbot lief Ende Juli aus.

In einem Mehrfamilienhaus in Dietikon hat ein 37-Jähriger mutmasslich seine getrennt von ihm lebende Ehefrau getötet.


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Die Polizei hat am gestrigen Montagnachmittag die Meldung erhalten, dass in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses in Dietikon eine tote Person liege. Tatsächlich fanden die Polizisten in der Wohnung eine leblose 34-jährige Frau. Ihr 37-jähriger Ehemann wurde dringend verdächtigt und im Zuge der sofort eingeleiteten Fahndung im Kanton St. Gallen verhaftet, wie die Kantonspolizei Zürich in einer Mitteilung schreibt. Die Mordwaffe war vermutlich ein Messer.

Laut «Blick» soll der Mann auf der Flucht in den Kanton St. Gallen seinen kleinen Sohn, der sich während der Tat in der Wohnung befunden haben soll, mitgenommen und zu Familienangehörigen gebracht haben. Kurz darauf wurde der Mann gefasst.

Kontaktverbot lief Ende Juli aus

Bei Opfer und mutmasslichem Täter handelt es sich um ein getrennt lebendes Ehepaar mit nordmazedonischer Staatsbürgerschaft. Der Mann war bereits einmal, im Februar 2018, aktenkundig wegen häuslicher Gewalt und Drohung gegen seine Ehefrau. Er wurde verhaftet und mit einem Kontakt- und Rayonverbot belegt. Nach Verstössen gegen dieses Verbot nahm sich im November die Gewaltschutzabteilung der Kantonspolizei des Falls an. Die Frau lehnte jedoch zweimal eine Einladung zum Gespräch mit den Fachleuten ab.

Nachdem die Ehefrau Ende April 2019 erneut gemeldet hatte, dass der Mann ihr nachstelle, erhielt er abermals ein Kontakt- und Rayonverbot. Dieses wurde vom Gericht bis Ende Juli verlängert. In den drei Monaten bis zum Ablauf der Massnahme wurden keine Verstösse gemeldet.

Klingelterror am Sonntag

Am frühen Sonntagmorgen, vier Wochen nach Ablauf des Kontaktverbots, versuchte der Ehemann, mit der Frau Kontakt aufzunehmen. Er teilt mit ihr das Sorgerecht für die vier gemeinsamen Kinder. Allerdings traf er in der Wohnung nur eine Verwandte an. Diese verständigte die Polizei, weil der Mann unablässig klingle und sich auffällig verhalte. Die Polizisten wiesen ihn weg.

Danach gingen bei der Einsatzzentrale zwei weitere Anrufe ein, wonach der 37-Jährige erneut in Dietikon erschienen sei. Die ausgerückten Kräfte trafen ihn jedoch nicht an. Die Familie wurde gebeten, sich bei der Polizei zu melden, sollte der Mann erneut auftauchen.

Die genauen Umstände und Hintergründe der Tat sind noch unklar. Die Staatsanwaltschaft hat Untersuchungshaft für den 37-jährigen Mann beantragt.

Vierter Mord an Partnerin in drei Monaten

Das Tötungsdelikt ist ein weiterer Fall von gravierender häuslicher Gewalt innert kurzer Zeit. Am 28. Juli hat in Au/Wädenswil ein 33-jähriger Deutscher seine 24-jährige Ehefrau nach einem Streit erstochen. Der Mann wurde verhaftet.

Zehn Tage zuvor erschoss in Affoltern am Albis ein 53-jähriger Schweizer IT-Forensiker seine Frau und die beiden Söhne, worauf er Suizid beging.

Am 31. Mai nahm ein 60-jähriger Schweizer in Zürich-Wiedikon seine 34-jährige Ex-Freundin und deren Mitbewohnerin als Geiseln und erschoss sie. Auch er richtete sich danach selbst. Zuvor hatte er seine Ex-Freundin monatelang bedroht und gestalkt.

(hoh)

Erstellt: 27.08.2019, 14:49 Uhr

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