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Seit Jahren spurlos verschwunden

Gino Bornhauser ist kein Einzelfall. Im Kanton Zürich gelten knapp ein Dutzend Personen als vermisst – etliche seit vielen Jahren.

Wird seit einem Jahr vermisst, der ermordete Gino Bornhauser aus Eglisau. (Bild: Stefan Hohler)
Wird seit einem Jahr vermisst, der ermordete Gino Bornhauser aus Eglisau. (Bild: Stefan Hohler)

Unter der Rubrik «vermisste Personen» sind auf der Website der Kantonspolizei Zürich elf Personen aufgelistet, bei denen eine Öffentlichkeitsfahndung läuft. Die Polizei erhofft sich dabei Mithilfe aus der Bevölkerung.

Beim ältesten Fall handelt es sich um die 36-jährige Heidi Kerber. Die schwer drogensüchtige Zürcherin ging am damaligen Drogenstrich am Sihlquai anschaffen. Eine Kollegin hatte sie am 9. Juni 2004 noch gesehen, wie sie bei einem Freier in den Wagen eingestiegen war. Was dann geschah, weiss niemand. Denn seit diesem Zeitpunkt ist Heidi Kerber spurlos verschwunden. Die Polizei befürchtet ein Kapitalverbrechen.

Ebenfalls auf dem Drogenstrich tätig war die Deutsche Angela Yanez Iza. Die 20-Jährige hatte nachts am 29. Juli 2007 ihrem Verlobten noch ein SMS geschickt. Wenig später stieg die Frau vermutlich bei einem Freier in eine schwarze Limousine ein. Seither ist Angela Yanez spurlos verschwunden. Die junge Frau war erst eine Woche zuvor mit einer Freundin von Köln nach Zürich gereist. Die beiden wollten auf dem Zürcher Strassenstrich schnell viel Geld verdienen. Auch ein Beitrag in der Fernsehsendung «Aktenzeichen XY … ungelöst» führte zu keiner heissen Spur. Wahrscheinlich ist auch Yanez wie Kerber einem Kapitalverbrechen zum Opfer gefallen.

Schaden auf der Fahrerseite: So könnte der Opel Insignia ausgesehen haben, bevor er angezündet wurde.
Schaden auf der Fahrerseite: So könnte der Opel Insignia ausgesehen haben, bevor er angezündet wurde.
Kantonspolizei Zürich
Beide stiegen ins Auto ein und fuhren davon. Zwei Tage später ...
Beide stiegen ins Auto ein und fuhren davon. Zwei Tage später ...
Feuerwehr Lottstetten
Der Verhaftete habe «gewisse Angaben dazu gemacht», diese hätten aber noch nicht zum Auffinden Bornhausers geführt, sagt Staatsanwältin Claudia Kasper.
Der Verhaftete habe «gewisse Angaben dazu gemacht», diese hätten aber noch nicht zum Auffinden Bornhausers geführt, sagt Staatsanwältin Claudia Kasper.
Feuerwehr Lottstetten
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Am Ostersamstagabend, den 22. März 2008 stieg der 21-jährige Manuel Earl Frederic Dennis in Thalwil in ein Kursschiff, das in Richtung Bürkliplatz fuhr. Ab dann gilt der Musikproduzent aus Uerikon als spurlos verschwunden. Die Schiffscrew konnte sich zwar erinnern, dass er in Thalwil eingestiegen war, ob er das Schiff in Zürich am Bürkliplatz wirklich verlassen hatte, ist nicht bekannt. Die Angehörigen hatten auf der Suche nach Dennis sogar holländische Hundeführer engagiert, deren Tiere menschlichen Geruch auch durch das Wasser wahrnehmen können. Die Suche mit den Hunden und Tauchgänge der Seepolizei blieben aber erfolglos.

Beim vermissten Paul Burriwird ein Unfall oder ein Suizid vermutet. Der 55-Jährige aus Pfäffikon hatte vermutlich am 3. Juni 2009 am Pfäffikersee bei einer Bootsvermietung ein Stehruderboot gemietet. Das Boot war zwei Stunden nach dem Anmieten verlassen auf dem See aufgefunden worden. Die Kantonspolizei schliesst nicht aus, dass Paul Burri über Bord fiel und ertrunken ist.

Mysteriös ist das Verschwinden eines russischen Touristen. Der 54-jährige Valeriy Verso hielt sich am 3. Dezember 2009 als Tourist zusammen mit seiner Ehefrau in der Zürcher City auf. Am Nachmittag entfernte er sich von seiner Gattin und wird seither vermisst. Obwohl die Polizei eine Öffentlichkeitsfahndung machte und intensiv nach dem Mann suchte, gilt der Russe weiterhin als vermisst. Hat sich der Mann einfach davongemacht?

Ein Lebenszeichen haben Angehörige der gesuchten 39-jährigen Inderin Dolma Tsering Shrestha Bhutia erhalten. Die Frau, welche seit dem 15. April 2011 ab ihrem ehemaligen Wohnort in Birmensdorf vermisst wird, hatte zuletzt im Dezember 2011 Briefe aus verschiedenen Orten in der Schweiz an Angehörige gesendet.

Der Fall der gesuchten Chinesin Mei Han Forster hat Parallelen zum vorherigen Fall. Die 43-jährige Frau verliess am 6. September ihre Wohnung in der Unterländer Gemeinde Hochfelden. Da die gebürtige Chinesin schon in der Vergangenheit für ein paar Tage verschwunden war, gab ihr Mann die Vermisstenanzeige bei der Polizei erst Mitte September auf. Trotz einer Öffentlichkeitsfahndung der Polizei und einer Belohnung von 10'000 Franken blieb sie verschwunden. Ein Jahr später hatte die Polizei eine heisse Spur: Mehrere Leute wollen sie Anfang August 2012 in Zürich gesehen haben. Doch auch dieser Fahndungsaufruf blieb erfolglos.

Polizei bittet um Mithilfe

Die öffentliche Liste der vermissten Personen ist nicht umfassend. Es gibt auch vermisste Personen, bei denen keine Öffentlichkeitsfahndung durchgeführt wird. Sei es, weil dies die Angehörigen nicht wollen oder die Personen vermutlich untergetaucht sind; teilweise Leute aus dem Asylbereich, welche die Schweiz wieder verlassen haben.

Hinweise zu den Vermissten nimmt die Kantonspolizei Zürich unter Telefon 044 247 22 11 entgegen.

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