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Den Vater im Drogenrausch getötet?

Der 27-Jährige, der seinen Vater in Zürich-Albisrieden erstochen hat, soll die Tat unter dem Einfluss von Cannabis verübt haben.

Ein schreckliches Bild bot sich den Rettungskräften, als sie in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 2016 in eine Genossenschaftswohnung in Zürich-Albisrieden ausrücken mussten: Der 52-jährige Familienvater war tot, die Mutter und die beiden Brüder schwer verletzt. Der ältere derBrüder, ein 27-Jähriger, ist auch der mutmassliche Täter und befindet sich seitdem in Haft. Alle hatten Schnitt- und Stichwunden. Zur Tatzeit war auch die Freundin des jüngeren – 24-jährigen – Bruders in der Wohnung. Sie wurde nicht verletzt, offenbar konnte sie sich verstecken.

In der Tatnacht war es laut Polizei in der Wohnung zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen, die schliesslich ausser Kontrolle geriet. Zum Tatmotiv äusserten sich die Untersuchungsbehörden aber nicht, doch im Wohnquartier war von Drogen die Rede. Diese Vermutung ist durch einen frei zugänglichen Facebook-Eintrag des Bruders des mutmasslichen Täters bestätigt worden. Sein Facebook-Profil hat der 24-Jährige inzwischen gelöscht.

Bemerkenswerter Facebook-Eintrag

Der Bruder zeigte zwei Monate nach der Tat auf seinem Facebook einen Screenshot der Diskussionssendung TalkTäglich von TeleZüri, in welcher die Berner SVP-Grossrätin Sabina Geissbühler über die Gefahr von Cannabiskonsum sprach. Der Kommentar eines Facebook-Users: «Grad en Joint graucht und ah d’Frau Geissbühler und ihre Kampf geg di mordende Kiffer denkt.» Daneben zwei lachende Smiley-Köpfchen. Die Antwort des Bruders auf den flapsigen Spruch: «Viel lachet drüber. Aber die Frau het recht, ich has erlebt.»

In einem weiteren öffentlich zugänglichen Facebook-Eintrag postete der Bruder eine Redewendung der Indios: «En la fiebre de la venganza también un buen hombre se vuelve bestia.» (Im Rausch der Rache wird auch ein guter Mensch zur Bestie.) Es soll in der Familie immer wieder zu Streitereien gekommen sein.

Der mutmassliche Täter hat laut Nachbarn psychische Probleme und war schon lange in Behandlung. Zudem soll er Drogen konsumiert haben. Der 27-Jährige arbeitete nicht und sei selten draussen anzutreffen gewesen. Die Schweizer Familie hat inzwischen die Genossenschaftswohnung aufgegeben und ist ausgezogen.

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